Band 
Erster Theil.
Seite
242
JPEG-Download
 

242 Von den Gnostikern überhaupt.

uns um desto wichtiger ist, da selbst ein Theil derrichtigen Erklärung verschiedner Schriftstellen da-von abhänget. Man kan sie aber ohne nähereBestimmung nicht gründlich beantworten unddas ist eben die Quelle so mancherlei unnüzenSteitigkeiten über diese Sache, daß die gelehr-ten Männer, welche sich in ihre Untersuchungeingelassen, Dinge von einander nicht sorgfältigunterschieden, welche doch hier von einander ab-gesondert werden müssen. Um dasjenige, wasunserer Einsicht nach davon mit Gewisheit;oder Wahrscheinlichkeit zu sagen ist, deutlich undrichtig vorzutragen, wollen wir unsere Gedan-ken in einzelnen L-äzen vortragen. Erstlich,wenn von den Gnostikern überhaupt gefragetwird; so ist ihr Ursprung in die Zeiten vor Chri-sti Geburt zu sezen. Denn der algemeine Lehr-bearif der Gnostiker ist so alt; als die morgen-landische Philosophie, welche bey den Persern,Chaldäern und Juden lange vor den Zeiten Chri-sti getrieben und ausgeübet worden: Mithin istes unrichtig, daß Simon der Zauberer vor denStifter der Gnostiker in diesem Verstand zu hal-ten. Zweyrens ist daher ganz gewis, daß eszu den Zeiten der Apostel Gnostiker gegeben habe,wenn dieses Wort ebenfals im weitlauftigenVerstand genommen wird. Es erweisen diesesauch einige Schriftstellen, in denen wahrschein-lich gnostische Irtümer enthalten. Nichts istbekannter; als daß in den neuern Zeiten sich ver-schiedene Schriftausleger gefunden, welche dieKäntnis der gnostischen Lehrsäze als ein, bey

wichti-