Von der Rezerei der Alogianer. 575
von einigen bejahet; von anderen verneinet.Wenn wir aufrichtig unsere Meinung sagen sol-len; so müssen wir bekennen, daß zwischen bey-den Theilen eine Logomachie obwalte. Nimmtman das Wort Kezerei im strengsten Verstand,daß einsemiger Haufen von Christen da gewesen,der zur Unterscheidungslehre den Saz vertheidi-get, daß Johannes ftin Evangelium und seineOffenbarung nicht geschrieben; so ist die aufge-worfne Frage billig zu verneinen. Fraget manaber, ob überhaupt unter den alten Christen Leu-te sich gefunden, welche die Göttlichkeit dieserBücher in Zweifel gezogen; so ist es ohne Zwei-fel zu bejahen. Und wenn wir die Stellen deralten unpartheiisch erwegen; so können wir unsnicht vorstellen, daß sie etwas mehreres sagenwollen. Nach diesen Betrachtungen kan mansagen, daß eine solche Kezerei wahr und erdich-tet sey, besonders, wenn man den oben erwehntenUmstand nicht vergißet, daß Epiphanias derErfinder dieses Nahmens sey.
Ann». Wir wollen hier nur anmerken, daß Hartmann«je rebus ^eAis cknliisnorum lud spollolis p. z;8-geteugnet, daß eine solche Kezerei in der Welt gewesen.
§ v.
Nunmehro kan die dritte Frage leicht aus-gemacht werden, wer denn die Alogi gewesen?und wenn sie gelebet? Daß die Montanistengemeinet werden, ist ein sehr ungegründeter Ge-danke eines neuern Gelehrten, welcher mit vie-ler Parteilichkeit die Wahrheit hierzu verdun-kle»