Von den Montanisten. 6z§§ X.
Hier ist der Ort, noch von drey Gebrauchenzu reden, weiche den Montanisten zur Last gele-ger worden, und einigen jünger» SchriftstellernGelegenheit gegeben, zwey besondere kezerischeParlheien zu erdichten. Erstlich redet manvon den Artotyriten. Die Alten kommen dar-innen überein, daß diese Leute im heiligen Abend-mahl nicht allein Brod; sondern auch Käse ge-opfert, und daher von zwey griechischen Wör-tern, welche Brod und Käse bedeuten, diesenNahmen erhalten; allein wer diese Leute gewe-sen, scheinen sie selbst nicht gewust zu haben.Epiphantus rechnet sie mit einer Ungewisheitzu den Montanisten, da doch nicht allein ausTertullians eigenen Vorstellungen vom heili-gen Abendmahl das Gegentheil leicht zu erwei-sen; sondern auch ihre ältesten Gegner davonschweige!'. Ein jüngerer Schriftsteller, Timo-theus hält sie vor eine Gattung von Marcio-Mten, und PlMstrius saget, daß sie in Ga-lalicn entstände»'. Alle diese Nachrichten, dieohnehin wenig äußerliche Glaubwürdigkeit ha-ben; sind ziemlich verdächtig: wenigstens zeigensie, daß keiner von ihren Urhebern jemals einenArtotyriten gesehen. Wir können auch nichtanders; als folgende Muhtmaßung vom Ur-sprung dieser Fabel billigen. Es ist bekanntgenug, daß unter den milden Gaben, welchevon den alten Christen zum Geschenk mit in dieKirche gebracht, und auf den Alrarcisch gelegetworden, und den Nahmen der Opferungen führ-