Von den Hierakiten. Zsr
§ V.
Die zweyte Klasse begreifet solche Lehrsaze,welche zwar dem Hierax und seinen Anhängernzur Last geleget werden; aber wahrscheinlich mitUnrecht. Es kömmt hier auf drey Stüke an :
I. es ist sehr gewöhnlich, daß die neuernSchriftsteller den Hierax vor einen Manichaerhalten: ja die Hierakiten als eine besondereParthei der Manichaer ansehen. Es habenaber dieselbe keinen weitem Beweis; als die Zeu-gnisse jüngerer Geschichtschreiber, die bey dem al-gemeinen Stillschweigen veralten, welche ebenden Fehler nicht haben, die Kezer zu schonen,kein Gewicht haben können. Vielmehr ist offen-bar, daß schon das vortheilhafte Urtheil desHierax von den Büchern des alten Testamentsihn von den Manichaern hinreichend unter-scheide.
Anm Die jüngrrn Schriftsteller sind theil« phseia«,pecer aus Sicilien, und die Derstuchungsformeln;theils der karpatische Bischof Johannes, im achtenJahrhundert bey dem Habrieio 6. vot. VIII.p. zzz, mit« den neuern ist Leausobre IMor. äuINsnic-K. tom. I. p. 4 ZO. iq. deswegen zu bemerken,weil er diesen falschen 8'z zur unbilligen Vertheidi-gung der Munichaer gemisbrauchet; hingegen habenTiliemonr, Mosheim und Lardner mit Recht dasGegentheil behauptet.
II. man beschuldiget den Hierar, daß erdas göttliche Ansehen der Bücher des alten Te-staments verworfen. Da von seinen Feindengerade das Gegentheil versichert wird, so ist kein
Fff z Wun-