mir den eigentlichen pelagianern. 781
dem das Wollen selbst, einzelne wirkliche Be-gierden nach dem Guten, und das Volbringenwirke, mithin durch diese Einwirkung eine wah-re Veränderung des Willens vor sich gehe? wel-ches die Gegner der Pclagianer behaupteten,diese aber leugneten, und die Entschlüße selbstund deren Ausführungen vor bloss Wirkungendes freien Willens erklärten.
XIV. Es wurde nicktgefragt, obderMenschzu allen einzeln Handlungen des göttlichen Bei-stands überhaupt bedürfe, welches diePelagia-ner zugaben, sondern ob insbesondere eine Ein-wirkung in dem Willen darzu erfordert werde,das; der Mensch im eigentlichen Verstand ein gu-tes Werk verrichte? welches die Gegner behau-pteten, die Pclagianer aber leugneten.
Anm. Wir glauben, daß die neuern diese Frage ein rve^nig verworren, wenn sie hier von der KsbitusILund «ktuali geredet, da die alten diese Schulnakmeanicht getaut. Die Pelagiancr haben keine von beidenangenommen, wenn man, wie geschehen mns, es voneiner r;rstia elk-Arioe lupernotuiali verstehet, welcheLugustinus allerdings znr Erlangung der Fertigkeiten,und zur Beibringung einzelner guter Werke erforderthat, und dabei vorzüglich auf die innerlichen Werke ge-sehen.
XV. Es wurde nicht gefraget, ob die Ge-rechten im alten Testament gute Werke gethan,welches die Gegner zugaben, sondern ob sie sol-che durch diese einwirkende Gnade, deren sie durchden Glauben an den künftigen Heiland theilhaf-tig worden; oder allein durch die erlangte Er-kantnis des göttlichen Willens, oder kurz, durch
das