Buch 
Lesebuch für den Religionsunterricht an den Gemeinde- und Bezirksschulen des Kantons Aargau / erstellt von Karl Schweizer
Entstehung
Seite
10
JPEG-Download
 

10

Opfer dar, Kam von den Früchten des Feldes, Abel aber vonden Erstlingen seiner Herde. In Kains Herzen aber war Trugund Arglist, er zürnte seinem Bruder und sann Böses widerihn. Da sprach die Stimme Gottes zu Kam:Warum er-grimmst du und warum ist dein Angesicht so finster? Ist esnicht also? Wenn du fromm bist, so bist du angenehm; bistdu aber nicht fromm, so lauert die Sünde vor der Tür undihr Verlangen nach dir; du aber herrsche über sie."

Kain aber hörte nicht auf Gottes Stimme, sondern be-redete seinen Bruder, mit aufs Feld zu gehen; dort erhober seine Hand wider ihn und schlug ihn tot. Da sprach derHerr zu Kain:Wo ist dein Bruder Abel?" Er antwortete:Ich weist es nicht; soll ich meines Bruders Hüter sein?"Da sprach Gott zu ihm:Was hast du getan? DeinesBruders Blut schreit zu mir von der Erde, die es getrunkenhat. Verflucht seiest du hinfort und unstät und flüchtig sollstdu sein auf Erden!"

Zürnet, aber sündigt nicht: lasset die Sonne nicht über eurem Zorneuntergehen! Denn des Menschen Zorn tut nicht, was vor Gott recht ist.

(Eph. 4, 26.)

16 . Wasser und Brot. (iio )

Zur Zeit einer großen Teurung kam Paul, ein armerKnabe aus dem Gebirge, herab in ein nahes Dorf und flehtevor den Häusern vermöglicher Leute um Brot. Peter, derSohn eines reichen Bauern, saß vor der Haustür und voneinem mächtigen Stück Brot.Gib mir auch einen Bissendavon," sagte der arme Paul,mich hungert gar sehr!"Allein Peter gab die trotzige Antwort:Geh weiter! Ichhabe für dich kein Brot."

Ein Jahr verging, da stieg Peter eines Tages ins Ge-birge, um eine entlaufene Ziege zu suchen. Lange irrte erzwischen den Felsen umher; immer heißer schien die Sonneund er verschmachtete fast vor Durst; allein nirgends fander eine Quelle, überall nur hartes, brennend heißes Fels-gestein. Endlich fand er im Schatten eines Baumes den