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zurück. Da schlug er es unbarmherzig mit der Peitsche. DerVater rief ihm entrüstet zu: „Edward, warum schlägst dudas Pferd?" — „Weil es scheute." „Sahest du denn nicht,"erwiderte der Vater, „daß dort ein tiefes Loch ist, auf dasdu gerade zulenktest? Gib mir deine Peitsche!" — Er ver-setzte dem Knaben damit einige tüchtige Hiebe über den Rückenund fragte: „Gefällt dir das?" Der Knabe schrie auf underwiderte: „Nein, ganz und gar nicht!" — „Nun weißt du,"sagte der Vater, „wie es deinem Pferde getan hat. Schlagees nie mehr, wenn es nicht unbedingt nötig ist."
Bald darauf erlitt Edward einen Unfall, indem er ausUnvorsichtigkeit mit dem Arm in eine Dreschmaschine geriet.Der Arm konnte zwar gerettet werden; aber die Hälfte einesFingers war zerquetscht und er mußte etliche Wochen heftigeSchmerzen ausstehen. In dieser langen Zeit erkannte er vollReue, wie grausam er gewesen, als er seinem Pferde so großenSchmerz zufügte. Sein Gemüt wurde weich und immer mehrbefestigte sich in ihm der Entschluß, keinem Menschen mehraus Mutwillen wehe zu tun und ebenso gegen die Tiereschonend zu sein. So wurde er ein hilfreicher Menschenfreund,nahm sich aber besonders auch der Pferde an, welche oft durchUnverstand und Roheit der Menschen gequält werden. Erschilderte in Reden, Zeitungen und Schriften, wie treu undgehorsam das Pferd dem Menschen diene und wie der Menschzum Dank dafür das willige Tier martere durch Überladung,durch drückendes Geschirr, durch scharfen Zaum und unbarm-herziges Schlagen. Er hatte ein eigenes Zimmer, in welchemsolche Marterwerkzeuge: Peitschen, Riemen, Gebisse, schlechteSättel und dergleichen an der Wand hingen. Wenn ihn je-mand besuchte, so sagte Edward Flower: „Was meint ihr,wenn man uns in solche Kleider steckte?"
Seine unermüdlichen Bitten und Vorstellungen hatten denErfolg, daß viele Pserdebesitzer ihre Tiere mit mehr Schonungbehandelten und daß Vereine und Behörden in ihrem Geistewirkten, um in den Menschen das Mitgefühl für diese nütz-lichen Geschöpfe Gottes zu wecken. (Glarner Lehrmittel.)