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Lesebuch für den Religionsunterricht an den Gemeinde- und Bezirksschulen des Kantons Aargau / erstellt von Karl Schweizer
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Augen waren nicht dunkel geworden und seine Kraft warnicht zerfallen.

30. Samuel. ( 8 )

Etwas um 200 Jahre waren vergangen, seitdem Mose dieKinder Israels aus Ägyptenland geführt hatte. Jetzt schienihr Untergang gekommen zu sein. Die am Meere wohnendenkriegerischen Philister breiteten immer weiter ihre Herrschaftaus, einzelne Stämme waren schon unter ihre Botmäßigkeitgekommen, der südliche Teil des Landes fast ganz in ihrerHand. Wohl versuchten tüchtige Männer, unter ihnen auchder Priester Eli, in mancherlei kriegerischen Unternehmungensie zurückzudrängen; aber ob sie auch oftmals Erfolg hatten,so gelang es doch nicht, die letzte drohende Gefahr abzuwenden.Eli war alt und schwach geworden, seine Söhne gottloseBuben, auf die kein Verlaß war. Da nahte ein mächtigesPhilisterheer und schlug in der Ebene Iesreel die Israelitenin blutiger Schlacht, obwohl diese ihr Heiligtum, die Bun-de s I a de, mit in den Kampf genommen hatten. LIis Söhnewurden getötet, die Bundeslade kam in der Philister Händeund nur wenige entrannen, um den Ausgang daheim zumelden. Eli saß unter dem Tor, ängstlich auf Botschaftwartend. Sie kam, Schrecken erfaßte den Priester, er sielrücklings vom Stuhl und brach das Genick. Kein Held warmehr im Volke und über Israel herrschten die Philister.

Inzwischen war im Heiligtum zu Silo ein junger Mannherangewachsen, in welchem Moses gewaltige Seele aufs neuegeboren zu sein schien, Samuel, Clkanas und der HannaSohn, aus Ephraim. In früher Jugend dem Dienste Je-hovahs geweiht, wuchs er im Gegensatz zu Elis Söhnen heran,Gott und den Menschen zum Wohlgefallen. Die Schreckens-tage der letzten Schlacht, die tiefste Schmach, die seit denTagen Ägyptens auf seinem Volke lag, reiften den Jünglingzum Manne. Bald finden wir ihn an der Spitze seines Volkes,als Führer und Berater. Er führte die Seinen wieder zudem Gott, der ihnen so manchmal geholfen hatte, den sie