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Lesebuch für den Religionsunterricht an den Gemeinde- und Bezirksschulen des Kantons Aargau / erstellt von Karl Schweizer
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Wir glauben an der Völker Heil, so hoch sich Unrecht türmet;Ein Gott ist's, der zum Licht sie weckt, so tief auch Finsternissie deckt;

Ein Gott ist's, der sie schirmet.

Wir glauben an ein Eottesreich, deß harrt getrost der Fromme;Und was er hofft und was er fleht, sei täglich unser heiß Gebet;

Es komme, Herr, es komme!

38. Glaube und vertraue. ( 44 )

Ein alter Einsiedler lag eines Tages vor der Türe seinerHütte.Ich habe doch lange genug in der Welt gelebt,"sagte er -aber daß darin alles mit rechten Dingen zugehe,darein kann ich mich nicht finden. Ich sehe die Unschuld ver-kannt und die Bosheit erhöht, die Wahrheit verfolgt und dieLüge triumphieret. Daß Gottes Wege allezeit gut und weisesein sollen, ist mir ein Rätsel." Über solchen Betrachtungenschlief er ein. Da träumte ihm, daß ein Engel in Menschen-gestalt an ihn heranträte und mit freundlicher Stimme ihmzurief:Stehe auf, Johannes, und gehe mit mir; ich willdir die Wege der Vorsehung zeigen." Und der Einsiedlerstand auf, nahm seinen Stab und schritt neben dem Engelher in den Wald hinein.

Nach langer Wanderschaft kamen die Beiden an ein Haus.Der Hausherr nahm sie freundlich auf, speiste und beherbergtesie aufs beste;denn" sagte er,ich feiere heute einen frohenTag; mein Feind hat sich mit mir versöhnt und mir zur Be-kräftigung unserer Freundschaft einen schönen, goldenen Bechergeschenkt." Am andern Morgen wünschte sie ihm einen Gottes-lohn für seine Barmherzigkeit; der Einsiedler aber sah, wiesein Begleiter heimlich den goldenen Becher aus dem Schrankezog, ihn in sein Bündel schob und mitnahm. Der Einsiedlerwollte böse werden, der Engel aber sprach:Schweigso sind die WeLe Gottes."

Nach kurzer Zeit kamen sie wieder in ein Haus. Der Haus-wirt war ein geiziger, schlechter Mann, schimpfte über die