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Lesebuch für den Religionsunterricht an den Gemeinde- und Bezirksschulen des Kantons Aargau / erstellt von Karl Schweizer
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51. Etwas vom Bergabspringen undStillhalten. ( 72 )

Ein Häuschen stand hoch oben auf einem Hügel, an dessenFutz ein großer Weiher lag. Die Kinder, die mit ihrenEltern in jenem Häuschen wohnten, bekamen oft Besuch vonihren Kameraden aus dem Dörfchen im Tale und dann spieltensie lustig am sonnigen Wiesenrain.

Eines Tages machte der ältere Knabe Robi seinen Ge-spielen den Vorschlag, sie wollten den Abhang hinunter-springen und sehen, wer zuerst bei dem Weiher ankomme.Was denket ihr!" wehrte die Mutter, welche eben herzu-gekommen war,was denket ihr? wie schnell könnte einesin den tiefen Weiher fallen und darin ertrinken, ehe jemandimstande wäre, zu Hilfe zu kommen."Aber Mutter," er-widerte Robi,wenn ich nahe beim Weiher bin, höre ichauf zu springen und halte still!"Das kannst du nichtimmer," versetzte die Mutter.Wenn du einmal im Springenbist, so reißt es dich auch gegen deinen Willen bergab; dukannst nicht mehr zur rechten Zeit aufhalten; es würde dirgehen wie jenem Dachdecker, der am Kirchturmdach auf einemBrett saß, das an herabhängenden Seilen befestigt war.Er vergaß ein einziges Mal, das Seil festzumachen undnun ging sein Sitz mit ihm in die Tiefe, schnell und immerschneller, und mit gebrochenen Armen und Beinen lag erunten und konnte nicht mehr ausstehen."

Ein solcher Abhang," fuhr die Mutter fort,ist derWeg jedes Menschen, der Böses tut und die meisten kommenmit gebrochener Unschuld, mit verdorbenen Herzen und Lebenunten an; darum, ihr Kinder, hütet euch vor den Anfängen!"und die Kinder, denen sonst bei dergleichen Lehren bald lang-weilig wurde, verstanden die Worte der Mutter und ver-gaßen sie nicht so bald wieder.

(Fisler, Geschichten zum Vorerzählen.)