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52. Das böse Gewissen. ( 74 )
Es isch e böse Geist, Gott well di vorem biwahre!Wemme früeh vermacht, um viert oder fünfi,
Stoht er vorem Bett mit große, sürige Auge,
Seit eim guete Tag mit glühige Rueten und Zange.
's hilft kei das walt Gott ! und hilft kei Ave Maria!Wemme bete will, en andere no hebt er eim 's Mul zue;Wemme-n-an Himmel luegt, so streut er Äschen in d'Auge;Het me Hunger und ißt, er wirft eim Wermut in d'Suppe;Möcht me z'Obetrinke, er schüttet Gallen in Becher.
Lauft me wie ne Hirz, er au und blibt nit dehinte.
Schlucht me wi ne Schatte, so seit er: Jo, mer wen g'mach tue.Stoht er nit in der Chilchen und sitzt er nit zue der ins Wirts-hus?
Wo de gohsch und wo de stohsch, sin Gspenster und Espenster.Gohsch ins Bett, tuesch d'Auge zue, se seit er: 's pressiert nitMittem Schlosst los, i will der näumes verzehle.
Weisch no, wie de gstohle hesch und d'Waisli betröge?
So und so, und das und deis, und wenn er am End isch,Fangt er vornen an und viel will's Schlofe nit sage.
(I. P. Hebel.)
53. Selbstgerechtigkeil. ( 75 )
Zu Etlichen, die meinten, allein brav und recht zu sein unddie aus andere Leute herabblickten, sprach einmal Jesus dasGleichnis:
Zwei Menschen gingen hinauf in den Tempel um zu beten:der eine war ein Pharisäer, der andere ein Zöllner. DerPharisäer betete bei sich selbst also: „Ich danke dir Gott,daß ich nicht bin, wie die andern Menschen, Räuber, Unge-rechte, Ehebrecher oder auch wie dieser Zöllner. Ich fastezweimal in der Woche und gebe den Zehnten von allemmeinem Einkommen." Der Zöllner aber stand von ferne,wollte auch die Augen nicht aufheben gen Himmel, sondern