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frommen Manne nebst seinem Reitknecht aufgenommen. Dochbeider Tod war nah.
„Ach!" fing der Reitknecht an, „werd' ich denn auch in denHimmel kommen? Ich habe leider nichts getan als meinemHerrn sein Vieh getreu in Acht genommen. Ich armer undunwürdiger Mann! Allein mein Herr, der mutz in denHimmel kommen; denn er, ach er hat viel getan; er hatdrei Könige bekriegt, in sieben Schlachten stets gesiegt undSachen ausgeführt, die man kaum glauben kann."
Der Eremit sah drauf den Helden kläglich an: „Warumhabt ihr denn alles dies getan?" — „Warum? Zu meinesNamens Ehren, um meine Länder zu vermehren, um, wasich bin, ein Held zu sein." — „O," siel der Eremit ihm ein,„deswegen mutztet ihr so vieles Blut vergietzen? Ich bittEuch, latzt Euch nicht verdrießen, ich sag es Euch auf meinGewissen: Der Reitknecht als ein schlichter Mann, hat wirk-lich mehr als Ihr getan." (Geliert.)
81. Drei Freunde. (134)
Ein Mann hatte drei Freunde; zwei derselben liebte ersehr; der dritte war ihm gleichgültig, ob dieser es gleich amredlichsten mit ihm meinte. Einst ward er vor Gericht ge-fordert, wo er unschuldig, aber hart verklagt wär. „Werunter euch," sprach er, „will mit mir gehen und für michzeugen? Denn ich bin hart verklagt worden und der Königzürnet." Der erste seiner Freunde entschuldigte sich, datz ernicht sogleich mit ihm gehen könne wegen anderer Geschäfte.Der zweite begleitete ihn bis zur Türe des Richthauses; dawandte er sich und ging zurück aus Furcht vor dem zornigenRichter. Der dritte, auf den er am wenigsten gebaut hatte,ging hinein, redete für ihn und zeugte von seiner Unschuld sofreudig, datz der Richter ihn losließ und beschenkte. —
Drei Freunde hat der Mensch in dieser Welt. Wie betragensie sich in der Stunde des Todes, wenn Gott ihn vor Gerichtfordert? Das Geld, sein bester Freund, verläßt ihn zuerstund geht nicht mit ihm. Seine Verwandten und
Kar! Schweizer, Lesebuch für den Religionsunterricht. S. Auflage. 5