Buch 
Lesebuch für den Religionsunterricht an den Gemeinde- und Bezirksschulen des Kantons Aargau / erstellt von Karl Schweizer
Entstehung
Seite
75
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95. Das fünfte Gebot. (i66)

Ehre Vater und Mutter, auf daß es dir wohlgehe und dulange lebest in dem Lande, das dir der Herr, dein Gott gibt.

Wie treu mit dirs auch Freundschaft meint,

Dein Vater ist dein treuster Freund;

Wie glücklich du in Liebe bist,

Doch Mutterlieb ' die tiefste ist.

Wie schön es draußen in der Welt,

Dem hat das schönste Glück gefehlt,

Der in des Hauses engem RaumNicht glücklich war im Kindertraum.

Was dir Gesellschaft bieten mag,

An Geist, Gemüt und frohem Tag,

Den schönsten Tag hast doch geschaut

Im Kreise der Geschwister traut. (N. Lamenisch.)

96. Ruth. (i68)

Zur Zeit, als die israelitischen Stämme noch von Richternoder Häuptlingen regiert wurden, brach einst eine großeHungersnot aus. Da entschloß sich ein Mann aus Bethlehem ,namens Elimelech, auszuwandern und zog mit seinem WeibeNaomi und seinen zwei Söhnen ins Moabiterland am totenMeere. Dort starb er auch und nach Verlauf von zehn Jahrenauch seine zwei Söhne, die inzwischen moabitische Frauen ge-heiratet hatten. Deren Namen waren Arpa und Ruth. Damachte sich Naomi auf und wanderte wieder ihrer alten Hei-mat zu. Unterwegs aber begann der Gedanke an ihre Schwie-gertöchter, denen Kanaan ein fremdes Land war, sie mit Sorgezu erfüllen und sie sprach zu ihnen:Kehret um, meineTöchter, jede in ihrer Mutter Haus! Der Herr tue an euchBarmherzigkeit wie ihr an den Verstorbenen und mir getanhabt." Da weinten sie und sprachen:Nein, wir wollen mitdir zu deinem Volke gehen." Aber Naomi bat:Nicht doch,kehret um; was wollt ihr bei mir, die ich im Unglück bin?"Arpa ließ sich bewegen, küßte Naomi und kehrte um. Ruth