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Antrieb zur Heidenmission. Bald war in Jerusalem der RabbiSau! eine bekannte, unter den Juden verehrte und unter denChristen gefurchtste Persönlichkeit. Sau! war eine ernste,strenge, geschlossene Natur, ungemein erregbar, ein Mann,der keine Halbheit kannte und immer ganz das war, waser sein wollte.
Es ist darum durchaus nicht verwunderlich, wenn dieserjunge Schriftgelehrte ein abgesagter Feind der Nazarenerwar, wie man damals noch die Christen nannte, und sieüberall bekämpfte.
Allein Gott hatte mit diesem Manne andere Dinge vor;ein auserwähltes Rüstzeug sollte er werden und den NamenJesus von Nazareth in der Heiden Länder tragen, selbst bisin den Palast des römischen Kaisers. Paulus , wie sichdieser junge Mann später, wohl mit Beziehung auf seineunscheinbare Gestalt, nannte, erzählt selbst, wie ihm aus einerlangen und beschwerlichen Reise nach Damaskus durch gött-liche Erleuchtung die Wahrheit ausgegangen sei, so daß erin Jesus wirklich den verheißenen Erlöser erkannte und nunaus seinem Verfolger sein eifrigster Verkünder wurde (etwaums Jahr 36).
Längere Zeit blieb Paulus dann in Damaskus , bis erdurch die Nachstellungen der Juden zur Flucht gezwungenwurde. Heimlich verließ er die Stadt und kam nach Jerusalem ,wo er mit den Aposteln in näheren Verkehr trat. Als er aberauch dort feines Lebens nicht mehr sicher war, kehrte er nachTarsus , seiner Vaterstadt, zurück und blieb dort lange Jahrein stiller Zurückgezogenheit, bis von Antiochien aus derRuf zur Mitarbeit an ihn erging. In Antiochien bestandnämlich schon eine große Gemeinde, an deren Spitze damalsBarnabas stand, zu der sich fortwährend Heiden hinzu-drängten. Von hier aus begann nun Paulus seine eigentlicheLebensarbeit.
2. Von Anfang an verkündigte Paulus , wie er selbst mitNachdruck erklärt, das Evangelium unabhängig von denAposteln zu Jerusalem und er legt großes Gewicht darauf,