96
Land, er wollte in alle Zukunft Israels Schuh und Rettersein. „Der Gott , der uns aus Ägyptenland geführt hat,"so sprachen nun die Jsraeliten, er ist ein heiliger Gott, un-nahbar, wie die feuersprühende Wetterwolke auf dem Sinai,und dieser Gott will, daß sein Volk ein heiliges Volk sei.Er offenbart sich als ein fressendes Feuer, das den Frevlerverschlingt, furchtbar denen, die ihm nicht gehorchen; aberdenen, die ihn ehren, barmherzig und gnädig, langmütig undvon großer Güte, der Tausenden wohl tut.
Damit das Volk aber die Forderung erfüllen könne: „ihrsollt heilig sein, denn ich bin heilig!" gab Mose ihm dasGesetz (s. Seite 19). Denn nicht nur in Opfern und Fasten,in Gebeten und Waschungen wie in den Religionen andererVölker, besteht der Dienst Jehovas, sondern im Gehorsamgegen seinen heiligen Willen, der ihm verkündet ist in dem„du sollst" und „du sollst nicht". — Noch waren aber dieHebräer kein festgefügtes Volk mit staatlicher Ordnung, nochwaren sie meistens wandernde, zum Teil auch raubende undplündernde Horden. Darum drohten strenge, furchtbareStrafen dem, der das Gesetz übertrat. Der äußerliche Gottes-dienst aber war bis in die Zeit der Könige noch schlicht undeinfach; ein Altar aus rohen Feldsteinen genügte für dasOpfer, das zumeist der Hausvater darbrachte, im Kriegeder Stammeshäuptling; es bestand nach alter Hirtensittegewöhnlich aus der Erstgeburt der Herde. Als ein beson-deres Volksheiligtum galt die Bund es lade, ein trag-barer Kasten, der als Sinnbild der Gegenwart Jehovas galt,die ähnlich wie die heilige Barke der Ägypter ganz allgemeindie Wohnung Gottes darstellen sollte. Darum wurde sie auchvorzugsweise in den Krieg mitgenommen, im gewöhnlichenblieb sie, zwar wohl behütet, aber sonst unbeachtet, in einemZelt außerhalb des Lagers, so lange das Volk wanderte,später in einem Hause zu Silo, bis sie nach vorübergehendemVerluste unter der Philisterherrschaft endlich im Tempel eineUnterkunft fand und schließlich bei einer Palastrevolution mitandern Heiligtümern verbrannte.