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Lesebuch für den Religionsunterricht an den Gemeinde- und Bezirksschulen des Kantons Aargau / erstellt von Karl Schweizer
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die kostbaren Kirchengefäße gab er einst hin, um Christen los-zukaufen, die von plündernden Goten als Gefangene wegge-schleppt worden waren. An ihm auch hatte Kaiser Theodosiusseinen Meister gesunden. Im Zorne hatte der Kaiser nämlichviele tausend Einwohner der Stadt Thessalonich in einemfürchterlichen Blutbad umbringen lassen. Da ist ihm Am-brosius vor der Kirchentür entgegengetreten, hat ihm seinUnrecht vorgehalten und ihm das Abendmahl verweigert, alseinem Manne mit blutbefleckten Händen. Erst als der Kaiseröffentlich Buße tat und ein Gesetz erneuerte, wonach einTodesurteil erst 30 Tage nach seiner Unterzeichnung vollzogenwerden dürfe, durste er wieder die Kirche betreten. Am-brosius soll auch der Verfasser einer Reihe von Kirchenliedernsein; das bekannte vouin lauäamus" (Großer Gott,wir loben dich) wird ihm zugeschrieben. Er starb 397.

Augustinus .

Der größte Kirchenvater des Abendlandes wurde 353 zuTagaste in Numidien (Afrika ) aus vornehmer Familie ge-boren. Nach dem frühen Tode seines Vaters leitete seineMutter Monica des Knaben Erziehung und machte mit ihrerlebendigen, echten Frömmigkeit einen tiefen Eindruck auf ihn.Der Jüngling bildete sich hernach zum Redner aus; die Leute,mit welchen er in diesen Jahren am meisten verkehrte, hattenjedoch einen schlechten Einfluß auf ihn; er wurde liederlich undfiel in arge Verirrungen, sodaß er selbst an seinem Glaubenverzweifelte. Nirgends fand er zudem Befriedigung, nicht inKarthago, auch nicht in Rom . Endlich, in Mailand , in Ge-sprächen mit dem berühmten Bischof Ambrosius, fand er sichselber wieder. Eifrig forschte er nun in den heiligen Schriftenund begann zur großen Freude seiner Mutter, die unablässigfür ihren Sohn gebetet hatte, einen völlig neuen Lebens-wandel. Die ganze Kraft seines reichen Geistes verwandteAugustin nun zur Verherrlichung Gottes und der Verbreitungchristlicher Lehre. Zu Hippo Regius, einer afrikanischen Stadt,deren Bischof er mehr als 30 Jahre gewesen war, starbAugustin im Jahre 430, eben als die Vandalen die Stadt