Die wildegg im Besitze der Familie Lffinger.
gestattet und jedem erlaubt, sich ein weiteres Gefolge selbst zu wählen.Daxelhofer berief dazu seine beiden Schwäger Bernhard und HansLudwig Effinger, sowie seinen Lohn Karl und als Sekretär den JuliusHieronymus Ernst. Nach der Instruktion sollte mit Bezug auf dasZeremoniell genau an den Vorschriften der Gesandtschaften in denJahren s663 und f68f, denen Escher schon beigewohnt hatte, fest-gehalten und die Eidgenossenschaft in würdiger Weise vertreten werden.
Anfangs September f687 brach man von Zürich und Bern auf.In Troyes vereinigten sich die beiden Reisegesellschaften, um am Orteihrer Bestimmung gemeinsam einzutreffen. Es kann nicht unsere Auf-gabe sein, die Teilnehmer auf ihrer wenig aussichtsreichen Missionzu begleiten? Nur der beiden Junker Effinger Erlebnisse sollen mitwenigen Worten gestreift werden. Am 26. September war das Reise-ziel erreicht. Unterkunft erhielt die Gesandtschaft im palaste der sösSverstorbenen Königin Margaretha von Valois gegen ein Mietgeld vonmonatlich 300 Franken. Da Daxelhofer durch sein früheres mann-haftes Auftreten als Hauptmann im Berner Regiment in französischenDiensten gegenüber dem Prinzen von Tonde (vgl. S. f^O) sich in Parisdie Gunst verscherzt hatte, wurde er sehr kühl behandelt und Escherihm überall vorgezogen. Auch die Verhandlungen wollten nicht vomFleck, namentlich gelang es den Gesandten nicht, eine Audienz beimKönige zu erhalten. Infolge dessen blieb den beiden Effingern reichlichZeit zur Besichtigung der Stadt und ihrer Sehenswürdigkeiten. Soverstrichen Tage und Wochen, nicht ohne gesellschaftliche Vergnügen,aber ohne Ergebnisse für den Zweck der Reise. Inzwischen hatteHans Ludwig, der sich mit dem Gedanken trug, wie viele seiner Stan-desgenossen in fremde Militärdienste zu treten, sich auch bei seinenLandsleuten in den Garnisonen näher umgesehen. Allein die Zuständewaren wenig ermutigend, da, ganz abgesehen von dem für ihn ab-stoßenden Leben, welches die Offiziere führten, die der reformiertenKonfession angehörenden den anderen nachgestellt wurden. Deshalbnahm er sich vor, später in die Dienste der reformierten Niederlandezu treten. Inzwischen war Weihnachten herangekommen. Um diebeiden fremden Gesandten für die Mißerfolge ihrer diplomatischenSendung zu entschädigen, sollten sie an diesem Tage mit großen gol-denen Ketten und ihr Gefolge mit reichlichen Geldgeschenken bedacht
' wir verweisen dafür auf Schweizerisches Museum ,79s, s. Zahrg.; Salier,Eollect. Dixl., Tom. XXXVI; Dr. Konrad Escher, Zürcher. Taschenbuch Z8S8.