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Die Lenzburg / von Walther Merz
Entstehung
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bat Ulrich den Kaiser Heinrich, daß er monasterium quod Skenninesdicitur, a parentibus suis et a se fundatenus constructum, in seinenSchutz nehme. r,a Wie oben 53 gezeigt, wurde die Stammfolge zwischen demGrafen Ulrich von Lenzburg und dem Grafen Hunfrid von Rätien, demStifter von Schännis, durch Hemma, Urenkelin Hunfrids, vermittelt.Schännis und Münster sind also Schicksalsgenossen: von einem frühemGrafenhause gegründet, gelangten beide Gotteshäuser je durch eine Erb-tochter unter die Kastvogtei der Lenzburger.

Man führe gegen diese Auffassung nicht ins Feld, daß Bero seitJahrhunderten stäts als Graf von Lenzburg gegolten habe, daß dieMünsterer Tradition so laute und das Grabmal in der Stiftskirche vonBero comes de Lenzburg spreche ; 54 keines dieser Momente ist beweisfähig.In der Tradition kann sehr leicht eine Generation verwechselt und soder Vater der Tochter zum Vater des Schwiegersohns werden; das Grab-mal in Münster ist verhältnismäßig späten Ursprungs und ein Beweis, daßes genau einem älteren nachgebildet sei, nicht erbracht, sondern eherdas Gegenteil erwiesen; schon das Wappen desselben spricht für einespäte Entstehung, indem es keineswegs den Siegelbildern der Grafen ent-spricht, sondern eine Neubildung ist aus dem Kiburger Schild (gelber Sparrenmit schreitendem Löwen in rot) und Habsburger Kleinod (Pfauenstutz ). 55

° 2 Herrgott 1. c. I 117 n° 177.

53 Textnote 5.

54 J. L. Aebi im Geschichtsfreund XXII 227236.

55 Vgl. U. Stutz in den Archives herald. suisses I 112 ff, 129 ff;H. von Liebenau in Kopps Geschichtsblättern I 12; Th. von Liebenauim Schweiz. Archiv f. Heraldik XI 56. Eine ähnliche Ableitung aus demKiburger Wappen weist das älteste Stadtsiegel von Wintertur; es ist wie beiBeromünster der untere hier der obere Löwe weggelassen. Vgl. Sigelabb. z.Zürch. Urkbch. Liefg. II n° 71. Das von Beromünster angenommene Siegel-bild findet sich zuerst im Siegel des Landgerichts Argau von 1399 (Argo-via XXIX 100 n 9 269). Es mag hier bemerkt werden, daß ein 1674 inMuri aufgedeckter Grabstein den Lenzburger Schild mit einer doppeltürmigenBurg aufwies gerade wie die Siegel der Grafen. P. Frid. Kopp, Vindiciseactor. Murens. (Muri 1750) S. 25 7 berichtet darüber: Meminiffe hic juvat exAnnalibus noftris Murenfibus, Anno 16 74 cum porticus ecclefise nonnihil dimi-nuta effet, terra ad duos pedes effoffa, duos lapides fepulchrales effe detectos;