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Die unbekannte neue Welt : oder die Beschreibung des Weltteils Amerika und des Südteils mit vielen nach dem Leben in Ameriken selbst entworfenen Bildern / durch O. Dapper
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Hb die ſitte n

der

oͤnizier

20 die alhier wohnen. Eben ſo viel laͤuger waͤhrete auch ihr leben. Sie beſaͤßen ün- ſchätzbahre Schaͤtze: und hetten ſolche Satzungen/ die den ae gantz zuwi- der. In dieſer Gegenderblikte man zwo herliche Staͤdte. Die erſte ſtadt/ Ma-o chimus/ fuͤhrete fort und fort krieg: und hette unterſchiedliche Voͤlker unter ihremgebiete. Die anzahl der Buͤrger belieffen ſich auf zweihundert mahl zehn tauſend.Selten ſtuͤrben ſie an einiger Krankheit; weil ſie meiſt an ſteinen oder ſtoͤcken uͤm- kaͤmen. Den gebrauch des Eiſens ken- ten ſie nicht. Aber mit Silber und Gol-de weren ſie ſo üͤberfluͤßig verſehen/ daß es lange ſo viel nichtgaͤlte/ als das Eiſen; weil man es nicht achtete. Vor etlichen jahren weren ſie mit tauſendmahl zehn- tauſenden hiernachzu gezogen; und zu Hiperborien albereit angelanget: aber von hier wieder zuruͤk gekehret; weil ſie bericht empfangen/ daß unſere Voͤlker ein unedeles leben fuhrten. Die zweitey ſtadt/ Euſebes/ wuͤrde von gottſeeligenBuͤrgern/ welche Gerechtigkeit handha- beten/ bewohnet: daher die Soͤtter ſelbſt ſich nicht entzzgen mit ihnen umzugehen.Wer ſtehet nicht/ daß dieſe erzehlung nachden Gedichten der alten Dichtmeiſterſchmaͤcket; oder den unterſcheid der unge-ſchikten/ und geſchikten Einwohner dichte-riſcher weiſe beſchreiben wil? Zudem kanſie zum Beweiſe des erſten Uhrſprungs derAmmeriker mit nichten dienen: weil aus die-ſem zeugniſſe des Eliahns keine anderefolgerung kan gezogen werden/ als daß dieAlten gegleubet; es befinde ſich nach demMittage zu noch eine andere bewohnteWelt, welche/ unter einem gemaͤßigtenLuftſtriche/ gerade gegen dieſelbe an/ welchewir auf der Nordſeite des Mittagsſtri-ches bewohnen/ gelegen. Und dieſes habenwir im vorigen Hauptſtuͤcke aus etlichenheidniſchen Schreibern bewieſen. öBis hierher haben wir/ der AmerikerAbkunft wegẽ/ die Zeugnuͤſſe/ aus Griech-iſchen und Lateiniſchen buͤchern gezogen/betrachtetz und erwieſen/ daß man dieſelbenuns vergebens/ und ohne grund der Wahr-heit anziehet/ indẽ man daraus zu erörterngedenket/ daß die Einwohner in Amerikenaus Sidon/ Tirus oder Kartago wirwollen ſagen von den Föͤntziern/ entſpro-ſen. Nun folgen die Uhrſachen: darunter

and keneriter jm erſten gliede die Ubereinkunft der Foni

Des l Buchs 2 Hauptſtuͤk

ziſchen/ und Amerikſchen Sitten/ ſo wohlin der Buͤrgerlichen haushaltung/ als imGottes dienſte. Es iſt wohrhaftig/ daß diealten Foͤnizier unter Gezelten gewohnet/und zu zeiten von ihren kahlen Weiden aufneue begraſete gezogen: welche gewohnheitauch noch itzund bei den Amerikern ſtatfindet; daraus man urteilen wil/ daß ſievon den Foͤniziern entſproſſen. Aberwaruͤm ſollen oder koͤnnen ſie nicht auchuhrſpruͤnglich aus Numidien/ oder ausdem Lande der Ziten/ oder aber aus denlendern der Ertzvaͤter/ die alle miteinanderein ſolches uͤmſchwaͤrmendes leben fuͤhre-ten/ herkommen? Zudem hatten die Fontzier ihr voriges Schaͤferleben ſchon langeverlaßen/ als ſie mit ſtarken Schifsfluh-ten/ weit entfernete Laͤnder zu bevolken/ ſichuͤber die See begaben. Ja ſolten dan nichtauch die Ameriker/ wan ſie von den Sittenihrer Vorvaͤter nicht abahrten wollen/große Staͤdte gebauet haben; dergleichen115 0 Foͤnizien uͤberfluͤſſig zu findenpflegte?

Eben ſo wenig kommet ihnen der Got-tesdienſt zum behelf. Den zwar Komteuszwiſchen den Foͤniziern/ und Amerikerneinerlei zu ſein erweiſen wil. Dan wie dieerſten/ ſaget er/ vormahls überaus geneugtwaren zur Zauberei; ſo ſeind die andernnoch itzund von alters her in der Schwar-tzen kunſt ſehr erfahren. Aber hat dieſeGottloßheit allein den Foͤniziern angekle-bet? Das meiſte Heidentuhm war damitbeflecket. Die Perſiſchen Zauberer/wie Julius Firmikus bezeuget/ baͤhtetendas Feuer an/ als ein bildnis Gottes.Was die Egiptiſchen getahn/ hat unsMoſes/ als ein augenzeuge/ in ſeinen Bu-che hinterlaſſen. Und wan die Zaubereizum beweiſe dienete/ die Einwohner vorAmeriken aus dem zeuberiſchen Foͤnizienherzuholen: waruͤm ſolten ſie dan ausFrankreich/ Hoch und Nieder deutſch-land/ da die Ketzermeiſter bei hundert tau-ſend Zauberer/ die daruͤm wohl uhrſachehatten/ in ein fremdes Land zu ziehen/ ver-branten/ oder viel mehr aus Norwegen/da noch itzund die Zauberei im ſchwange ge-het/ nicht auch hergeholet werden koͤnnen?Vor Zauberer pftegte man dieſelben zu hal-ten/ die im Gerichte nicht ſchrien; oder dasFeuer⸗ und Waſſer- urteil eines gutenKriſten nicht ausſtunden. Das Feuer. ur-teil geſchah auf unterſchiedliche weiſe. De

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mit ei handerüber ein kom-men?

8

ls auch bei- Gottesdienſt?

De ErroneProt. Rel.

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