Amerikens Entdecker.
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welches ſchwartz war auf dem Heupte. luͤckiſch und verſchlagen. Selten reden ſie:
Ihre Angeſichter befanden ſich nicht ſehrwohl und zierlich gebildet; ſondern breitund eingeboͤgen/ faſt wie der Tattern:welches eine anzeigung iſt/ daß ſie von die-ſen Voͤlkern entſproſſen. Im Lauffen/und Schwimmen waren beide Maͤnnerund Weiber viel geſchwinder/ als die Eu-roper/ ja ſo geſchwinde/ daß auch oftmahlsein Weib zwo ja drei meilen in einem zugehin lauffen und ſchwimmen konte. Ihrewaffen waren Bogen und Pfeile; mit de-nen ſie ſo gewis ſchußen/ daß ſie es allen zu-vortuhn: und weil ſie kein Eiſen haben/ ſomachen ſie die Spitzen an den pfeilen vonden Zaͤhnen der Fiſche oder wilden Tiere:welche ſie ſehr meiſterlich zu ſchaͤrfen wiſ-ſen. Sie gebrauchten auch kurtze Wurf.ſpieſſe oder Pieken/ und geſchaͤrfte Keulen.Mit andern Voͤlkern pflegen ſie allezeitgrauſame Kriege zu fuͤhren: und die gefan-genen Feinde zu grauſamer peinigung undAbſchlachtung zu bewahren. Die Wei-ber folgen den Maͤnnern im Kriege/ ihrenohldurft zu tragen. Und dieſe ſeind ſoſtark/ daß auch eine Frau vierzig/ ja funfzig meilen weit eine ſolche Laſt tragen kan/
welche drei Spanier von der erde nicht
aufzuhoͤben vermoͤgen. Weder im Krie-ge/ noch Stahtsweſen wiſſen ſie von kei-nem Oberſten oder Hauptmanne: ſonderneinieder iſt ſeineigener Herꝛ. Sie fechtenoder kriegen um keine Herſchaft/ oder ihrLand zu erweitern: ſondern allein aus an-gebohrenem giftigem Haſſe wider die be-nachbahrten Voͤlker/ den tod ihrer Vorel-
tern oder Bluhtsfreunde/ die im ſtreite ge -
blieben/ zu raͤchen/ oder aber ihre gefange-nen Landsleute zu erloͤſen. Hat etwan einGeſchlaͤchte iemand im kriege verlohren/mag todt/ oder gefangen ſein; ſo leuft derAlteſte unter den Bluhtsfreunden in derNachbahrſchaft mit großem geſchrei her-um/ und begehret/ daß man mit ihm in denkrieg ziehen ſol/ ſeinen erſchlagenen Freundzu raͤchen/ oder aber den gefangenen zu er-löſen. Hierauf rüͤſtet ſich einieder/ aus mit-leiden bewogen/ zum Streite: und dieſerwird ohne einige ordnung gehalten. Siewiſſen von keinen Satzungen: und handha-übenweder Recht noch Gerechtigkeit. Keinen2 eltähter ziehen ſie zur Strafe. Ihre Kin-85 lehren/ noch zuͤchtigen ſie nicht; ſondernNeben ihnen allen Muhtwillen. In derede ſeind ſie einfaͤltig; doch darbei heim-
und wan ſie reden/ ſo behalten ſte ihreWorte halb im munde/ indem ſte dieſelbenzwiſchen den zaͤhnen/ und lippen bilden. Ih-re Sprache hat mit derſelben/ welche dieuͤmliegenden Volker reden/ gantz keine ge-meinſchaft. Sie eſſen nicht zu gewiſſerzeit/ ſondern wan ſie der Hunger ankoͤmt/es ſei nacht oder tag. Hierzu gebrauchenſie keinen Tiſch/ noch Tiſchtuch/ oder ande-res tafelgeraͤhte: ſondern ſetzen ſich/ wanſie Mahlzeit halten/ nach der weiſe der
Morgenlaͤnder/ auf die erde nieder. IhreSpeiſen tragen ſie in irdenen Schuͤſſeln/welche ſie ſelbſt machen/ und in Kuͤrbi-
ſchahlen auf. Wan ſte ſchlafen/ ſo liegenſie in Baumwollenen Netzen/ welche zwi-ſchen zwo ſeulen/ daran ſie mit den endenfeſt ſeind/ hangen. In ſolchen hangendenund in der Luft ſchwebenden Betten zuſchlafen/ hat Veſputzius ſelbſt verſuchet/und ſich ſehr wohl darbei befunden. Hier-unter machen ſie des nachts ein gelindesFeuer: und oben uͤber denſelben pflegen/ aneiner ſtange/ Fiſche/ Fiſchergeraͤhte/ Kal-baſſen/ und Koͤrbe zu haͤngen. Wan ſie ih-re Nohtdurft tuhn wollen/ ſo gehen ſieſeitwaͤrts in etwan einen winkel: aber ihrWaſſer ſchlagen ſie ab/ ſo wohl Weiber/als Maͤnner/ vor iedermans augen. AmLeibe ſeind ſie ſehr rein; weil ſie ſich oft ba-
den. Im ehſtande haben ſie weder Ord⸗ Ircnung/ noch Geſetze. Auch wiſſen ſie von dend.
keiner Traue. Ein Man nimt ſo vielWeiber/ als ihm beliebet: und leſſet ſiewieder von ſich/ nach eigenem guhtduͤnken:welches auch den Weibern vor keine ſchan-de zugemaͤſſen wird. Ja dieſen ſelbſt kom-met ein gleiches Recht zu/ ſich von ihrenMaͤnnern zu ſcheiden. Sie ſeind gantznicht eiferſuͤchtig: aber ſehr unkeuſch, dochdie Maͤnner weniger als die Weiber: wel-che/ wegen unerſaͤtlicher Geulheit/ viel ſelt-ſame kuͤnſte gebrauchen; und den Euro-pern ſelbſt nicht wenig mit liebe zugetahnſcheinen. Das Kindergebaͤhren gehet oh-ne einiges weh zu. Die Muͤtter waſchenoder baden ihre Kinder/ ſo bald ſie geboh-ren ſeind/ ſelbſten in den Fluͤſſen: und bege-ben ſich ſtraks wieder an ihre gewoͤhnlicheArbeit; welche ſie mit großem eifer verrich-ten. Wan ſie auf ihre Maͤnner zornigwerden/ ſo treiben ſie/ aus rachgier/ ihreeigene Frucht mit gifte weg. Sonderlichhat man ſichuͤber die Weiber zu verwun-
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