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Reich an den mannigfaltigsten Naturbildern bietet schondie unmittelbare Umgebung der Stadt dem Wanderer vielfachenGenuss. Bald trifft er auf offene Lichtungen mit freiem weitemAusblick, bald wieder betritt er eng aufgerissene Schluchtenmit steil aufstrebenden Felswänden; stundenlange Schlender-wege durch die Waldungen, oder leichte mühelose Bergpartieneröffnen ihm den buntesten Wechsel von Thalpanoramen undFernsichten.
Wie schon der Charakter seiner Vegetation erweist, erfreutsich Chur eines für seine Höhenlage (590 M.) ausnahmsweisemilden Klimas, indem hier die mittlere Jahrestemperatur diejenigeanderer gleich hoch gelegenen Schweizerstationen übertrifft.Nach vieljähriger Beobachtung beträgt in Chur die mittlereJahrestemperatur: 9,44° C., diejenige des Frühlings: 9,36°,diejenige des Sommers: 17,99°, diejenige des Herbstes: 9,54und diejenige des Winters 0,68°. Von den Winden ist dergrösste Theil der Stadt durch die vorspringende Halde desMittenberges gegen den Nordwind wesentlich geschützt. Istdaneben auch eigentliche Windstille in Chur nicht häufig,sondern die Luft unter dem Einflüsse der von mehreren Thal-richtungen her abfliessenden Strömungen meist etwas bewegt,so gelangen hinwieder intensivere Stürme nur selten zur Be-obachtung. Besonders charakteristisch für das Thal ist derwarme Föhnwind (SW.), der namentlich zur Winterszeit binnenwenigen Stunden den vollständigsten Temperaturwechsel her-vorzubringen vermag, als wäre plötzlich der Frühling an-gebrochen, Schnee- und Eisbahnen zerstört und in sonnigenLagen das erste Grün hervorlockt. Dem Föhn ist auch,namentlich während der guten Jahreszeit, der im Ganzentrockene Charakter der Churer Luft zuzuschreiben. Es äussertsich dieser schon durch die nicht bedeutende Menge der jähr-lichen Niederschläge (im Mittel 840 mm an 125 Kegen- undSchneetagen), namentlich aber auch durch den Umstand,dass Nebel in Chur zur Winterszeit eine grosse Seltenheitsind. Während zu dieser Zeit von Sargans weg dasschweizerische Mittelland oft wochenlang im dichten Nebel