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An schönen Gebäuden, meist auch mit prächtigen Anlagenumgeben, ist eine große Auswahl vorhanden. Zu den schönstengehört das neue Schulhans, das palastartig auf schönem Platzan der Straße gegen den Bahnhof sich erhebt und ein ehren-volles Denkmal für den Opfcrsinn der Einwohnerschaft ist.
Die Irren-Heilanstalt des Herrn Doktor Binswangcrgehört mit ihrem herrlichen Parke ebenfalls zu den schönstenBesitzungen.
Die Geschichte der ehemaligen Augustincrabtei ist einewcchsclvollc. Ursprünglich wurde dieselbe durch Bischof Konrad von Konstanz ums Jahr 936 nahe vor den Thoren der StadtKonstanz erbaut und die Stiftung mit einem von genanntemBischof von Jerusalem mitgebrachten Stückchen Holz vomKreuz Christi beschenkt, daher der Name Krcuzlingcn. Imsogenannten Schwabcnkricg wurde dasselbe ausgeplündert undzerstört, jedoch bald wieder aufgebaut. Als uuu die Schweden im Jahre 1633 Konstanz belagerten, fanden sie an den Klostcr-gcbäulichkeiten eine gute Schutzwehr, von der aus sie denKoustanzern großen Schaden zufügten. Nachdem daher dieBelagerung aufgehoben und die Schweden abgezogen waren,zerstörten die Konstanzer selbst das Kloster, damit es deinFeind inskünftig nicht mehr zum Versteck dienen könne. Ausdiesem Grund ließen sie es auch nicht mehr zu, daß dasselbeauf der nämlichen Stelle wieder aufgebaut werde.
Durch die zweimalige Zerstörung erlitt das Stift sogroßen Schaden, daß es nahe daran war ganz zu verarmen.Da kam ihm Hülfe durch Graf Ulrich von Kyburg, denn alsdieser Bischof von Konstanz wurde, erwirkte er vom Papst dieErlaubniß zum Gabensammeln für das bedrängte Stift, steuerteauch selbst bei und hatte die Freude, daß die Gaben so reichlichflössen, daß das Kloster 1665 wieder neu und viel schönerund größer aufgebaut werden konnte, freilich nicht mehr aufdem alten Platz, sondern V» Stunde von der Stadt Konstanz