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Kurze Beschreibung und Geschichte des Kantons Thurgau für die Schulen des Kantons Thurgau / [Johann Adam Pupikofer]
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37
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barten Gemeinden als Filialen verbunden sind. Diekatholischen Gemeinden zählen 63 geistliche Stellen. DieBesetzung der geistlichen Stellen, besonders der Pfarr-ämter, steht den sämmtlichen stimmfähigen Bewohnern derKirchgemeinde zu. Die Kirch envorsteh ersch ast dage-gen und die Pflegcom mission für die Verwaltungder Kirchen - und Armengütcr wird durch die Kirchbür-ger gewählt, d. h. durch die Bewohner der Kirchgemeinde,welche Miteigenthümer an den Kirchen - und Armengü-tern sind. Ihr Präsident und Geschäftsführer ist derPfarre r. Die Kirchenvorsteherschaft, deren Obliegenheitist, Aufsicht über das kirchliche und sittliche Leben der Ge-meinde, über die Kindererziehung, über die Armenbesor-gung u. s. w. zu führen, wird bei der evangelischenConfession mit der Benennung Kirchenstillstand, beider katholischen Confession mit der Benennung Sitten ge-eicht bezeichnet. Die Kirchenvorsteherschasten sowohl alsdie Kirchenpflegkommissionen stehen unter der Oberaufsichtdes sie betreffenden Kirchenrathes.

Die Kirchgemeindcn haben ihre Unterabtheilungenin den Gemeinden, welche gewöhnlich auch zugleich Schul-gemeinden sind und ihre besondern Schul-und biswei-len auch Armengüter haben. In Bezug auf letztere stel-len die Antheilhaber an den Schul - und Armengüternebenfalls eigene Pflegcommissionen auf, die auf gleicheWeise, wie die Kirchenpflegcommiffionen von dem Pfar-rer präsidirt sind und unter der Oberaufsicht des Kirchen-rathes stehen. Zur Beaufsichtigung und Leitung derSchule dagegen wird eine besondere Schulvorst eh er-schüft von allen stimmfähigen Bewohnern des Schul-reifes gewählt, mit der Verpflichtung, die Amtsthätig-keit deS Lehrers und den Schulbesuch der Kinder zu über-wachen. Die Schulvorsteherschast steht als solche unter