83
sen wurde, ward mit dem damit verbundenen Chorher-renstifte bald der Mittelpunkt, an den sich eine kleineStadt anschloß, die im Jahre 1100 bereits mit Mauernumgeben und 1405 durch Einschluß der Vorstadt vergrö-ßert wurde. Die FeucrSbrunst vom Jahre 1743 verzehrte70 Häuser an der Markt - und Kirchgasse; aber der vor-züglich in Bischofzell blühende Leinwandhandel der fol-genden Jahrzehende ersetzten den erlittenen Schaden baldwieder- Die Gunst der Bischöfe von Konstanz , welchebis 1798 durch einen Obervogt die Herrschaftsrechte überBischofzell verwalten ließen, stattete die Bürgerschaft mit> vielfachen Freiheiten und Einkünften aus. Immer nochl ist Bischofzell diejenige Gemeinde des Thurgaus, welchei im Verhältniß zur Bnrgcrzahl die größten Gemeindegü-ter besitzt. ^
An die schmale, hohe, lange und krumme steinerneThurbrücke knüpft sich die Sage, zwei Söhne einer cdeln! Wittwe, der Frau von Hohenzorn, auf ihrer Rückkehri von der Jagd, hätten auf einem Nachen über die durch
1 ein Gewitter stark angeschwollene Thür setzen wollen
! und dabei ihr Leben eingebüßt; da habe die trauernde
Mutter die Brücke erbauen lassen, damit keiner MutterHerz mehr von ähnlichem Schmerze zerrissen werde.Nach einer andern Sage war damals schon ein breiter,fahrbarer Steg über die Thür; wie aber die beiden Jä-gersmänner über ihn ritten, trieb eine Heerde Schweineihnen entgegen, und die Pferde wurden scheu und stürzten> in die Fluthen; in einer Aufschrist auf der Brücke wurdedaher jeder, der die Brücke benutzte, von der trauerndenMutter aufgefordert, ein Vater Unser für die verun-glückten Söhne zu beten; aber den Schweintreibernder Übergang nur gegen Erlegung eines Zolles er-hubt. — Die Brücke trägt die Jahrzahl 1479. Diese