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„Was wollt ihr?“ sprach der arme Tropf,
„ihr werdet meinen grauen Kopfdoch nimmermehr zum Doktor schlagen.
Geht, werdet durch mein Beispiel klug,
ihr Kinder! lernet jetzt genug;
ihr lernt nichts mehr in alten Tagen!“
28. Die beiden Pflugscharen.
Yon gleicher Art des Eisens wurden in einer Werk-stätte zwei Pflugscharen verfertigt. Eine davon kam indie Hand eines Landmannes; die andere ward in einenWinkel gestellt. Erst nach mehreren Monaten erinnerteman sich derselben, zog sie aus ihrer Ruhe hervor, undsieh’, sie war ganz mit Rost bedeckt. Wie erstaunte sie,als sie ihre Gefährtin wieder sah und sich selbst mitihr verglich! Sie fand diese hell und glatt, ja fast glän-zender, als dieselbe anfangs gewesen war. „Ist das mög-lich!“ rief die Verrostete aus, „einst waren wir einandergleich; was hat dich so herrlich erhalten, da ich in derglücklichsten Ruhe so verunstaltet worden bin?“ —„Eben diese Ruhe,“ erwiderte jene, „war dir verderb-lich. Mich hat Übung und Arbeit erhalten, und diesenverdanke ich die Schönheit, in der ich dich jetzt übertreffe.“
29. Der Hund und der Wolf.
Ein Schäfer war einst bei seiner Herde eingeschlafen.Dies bemerkte ein Wolf und gab sich alle Mühe, ausdiesem günstigen Augenblicke Vorteil zu ziehen und denwachenden Hund auf die Seite zu locken.
„Du lässest dir’s sauer werden, guter Philax, “ sprachder Wolf , „wahrhaftig, ich bewundere deine Geduld,deine unverbrüchliche Treue. Du bist unaufhörlich fürdas Wohl deiner Herde besorgt. Wirst du denn des be-ständigen Wachens nicht müde?“