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Schulbuch für den sprachlichen und realistischen Unterricht in thurgauischen Primarschulen : V. Schuljahr
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gelockt worden. Die Kinder entdecken das duftende Veilchenund pflücken jubelnd das zarte Pflänzchen. Sie sammeln nunein Sträußchen für die Großmutter, die nicht mehr in denWald gehen kann. Wie freut sie sich dieser ersten, liebenFrühlingsboten! Zum Dank erzählt sie nun ihren munternEnkeln allerlei Wunderdinge von dem schönen Veilchen.

2. Das wohlriechende Veilchen, auch Märzveilchen genannt,hat einen sehr kurzen Stengel. Dieser treibt nach allen Seitenkriechende Zweige, Ausläufer, welche wieder Wurzeln schlagenund Blätter und Blüten tragen. Auf diese Weise vermehrtsich das Veilchen sehr rasch. Ein einzelnes Pflänzchen kannwährend eines Sommers zu einer ganzen Kolonie anwachsen.Die Blätter sind herzförmig; die Blüte besitzt 5 Kelchblättchenund 5 dunkelblaue, wohlriechende Blumenblätter. Das unterstederselben ist gespornt. Diese ersten Blüten tragen keine Früchte.Im Sommer erscheinen zum zweiten Male Blüten; diese sindklein und unscheinbar; aber aus ihnen entwickelt sich einedreifächerige Kapsel, welche viele braune Sämchen enthält.Der Veilchenduft rührt her von einem feinen Öl, welches vomPflänzchen bereitet und in die Blumenblätter abgelagert wird.Alle wohlriechenden Pflanzen bereiten solch ein feines Öl, aberjede Pflanze wieder ein anderes. Aus dem Veilchen bereitetman das Veilchen öl, aus den Rosenblättern das Rosen-öl u. s. f.

3. Das Märzveilchen hat in unsern Gärten eine lieblicheSchwester. Es ist das dreifarbige Veilchen oder Stiefmütterchen.Durch besondere Pflege und Sorgfalt ist es dem Menschengelangen, daraus viele hundert Abarten zu ziehen.

DieGedenketli" oderDenketli" (?6nsö63) schmücken un-sere Gartenbecre im Mai und Juni vom reinsten Weiß biszum tiefsten Blau in allen Farben.