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Der Heinz von Stein oder Die Schlacht an der Schwarzach und Der heilige Gallus / Thomas Bornhauser
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Michael stritt mit dem Fürsten der Finsternis um denLeichnam Mosis; aber er lästerte nicht, sondern er kämpftemit den Waffen des Geistes. Und er errang den Sieg,weil er edel gestritten im heiligen Kampfe. Bleibet auchihr in dem, was ihr gelernt habet, weil ihr wisset, vonwem ihr es lerntet. Kämpfet den guten Kampf, aberlästert den Irrenden nicht, hasset den Fehlenden nicht.Glaube, Liebe und Hoffnung sei euer Losungswort.Wer ausharret bis ans Ende, der wird selig werden, undEngel des Himmels werden ihn hinauftragen in jenes Land,wo kein Kummer, wo kein Schatten des Grames mehrsein wird. Also redete der Mann Gottes in hoher Be-geisterung und sein Antlitz verklärte sich, wie das Antlitzdes frommen Stephanus, als er ausrief: Ich sehe denHimmel offen und Jesum Christum zur Rechten Gottesstehen. Kaum aber war Gallus in die pfarrliche Wohnungzurückgekehrt, so mußte er sich zu Bette legen. Seine Kraftwar erschöpft und das Fieber mehrte sich von Stunde zuStunde. Er faßte dann die Hand Willimars und sagte:Freund! du hast wahr gesprochen. Du wirst keine Predigtmehr von mir hören. Mein Tagewerk ist gethan, ich binnach Arbon gekommen, um zu sterben. Wenn die Blätterder Bäume wieder knospen, wirst du mir nachfolgen. Undes ward den Brüdern im Kloster angesagt: Siehe! euerVater liegt krank in Arbon und man zweifelt, ob er wie-der sich erheben werde von seinem Lager. Da machtenMagnoald und Theuderich sich auf nach dem Gestade desSees, damit sie des geliebten Freundes Pflegen, und wenner stürbe, die Augen ihm schließen möchten. Auch Johannes,der Bischof von Konstanz , bestieg ein Schiff. Als er aberim Hafen zu Arbon einfuhr, vernahm er Weinen undWehklagen aus dem Hause des Priesters Willimar. Wasist das? fragte der Bischof. Und sie antworteten ihm:Soeben ist Gallus gestorben. Da konnte der Bischof sichnicht länger halten und er sprang, ehe das Schiff nochvöllig gelandet hatte, ins Wasser, eilte ins Pfarrhaus undwarf sich weinend auf den Leichnam des Verewigten.Einer der Umstehenden aber rief: Wehe uns und unsern