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ihre pädagogischen Grundsätze zu stellen. Man betrachtete dieSeele als von Geburt an fir und fertig, zergliederte die einzelnenVermögen derselben und glaubte seine Hauptaufgabe erfüllt zuhaben, wenn jedes mit möglichst viel Lehrstoff belastet wurde.Virchow sagt in dieser Beziehung ganz treffend: „Es ist jasehr viel bequemer, wenn man sich ein gewisses Ding als unver-änderlich vorstellt, mit bestimmten gegebenen Eigenschaften, dieein- für allemal da sind, und die, wenn man sie einmal kennengelernt hat, nur durch das Gedächtniß festgehalten zu werdenbrauchen. Daher stammt jene so viel gerühmte Methodedes Gedächtnißwesens, welche trotz aller gegentheiligen Ver-sicherungen der regulativischen Schulmänner die Grundlage unseresgesammten Volksschulunterrichtes geblieben ist." Man begingvon jeher den Hauptfehler, daß man sich nicht die Mühe nahm,die Natur der kindlichen Seele ausmecsam zu belauschen und zustudiren, und man nicht einsah, daß der menschliche Geist ebensoallmälig wird, wie die gesammten Raturwesen. Mit einemWorte, die Entwicklungsgeschichte der Seele wurde nichtmit dem gleichen Eifer und der gleichen Gründlichkeit studirt wiedie Entwicklungsgeschichte des Körpers. Dieß mag seinen Grundtheils in der Schwierigkeit der Lösung der Ausgabe, theils aberin der mystischen Auffassung gerade dieses Naturabschnittesgehabt haben. Wir müssen aber die Seelenkunde und mit ihrdie Erziehungslehre vom Standpunkte der Naturwissenschaft ausbetrachten lernen, wenn wir im Erziehungsfache gedeihliche Fort-schritte erwarten wollen. Wir dürfen uns auch nicht von derSchwierigkeit des Gegenstandes abschrecken lassen. Denn dieheutigen wahrhaft Staunen erregenden Kenntnisse auf dem Gebieteder Physik, Ehemie, Anatomie und Physiologie sind auchnicht das Werk eines Augenblickes, sondern die Frucht Jahr-hunderte langen Beobachtens, Experimentirens und logischenDenkens. Wenden wir die gleiche exacte Forschungsmethodeauch im Erziehnngssache an, so wird die Erziehung eine durchaus