die regelmäßige und anstrengende Arbeit ertragen undnicht entmutigt und enttäuscht die Hand wieder vomPfluge ziehen sollen. Viele sind durch ungenügendeund schlechte Ernährung während langer Zeit auch körper-lich von Kräften gekommen. Es gehört deshalb auchdas mit zu den Aufgaben der Kolonie, die Leute durcheine einfache aber doch immerhin reichliche und solideKost wieder zu Kräften zu bringen. Schon etwa hatein Petent als Grund seines Aufnahmegesuches offendie Ueberlegung genannt, daß sein entbehrungsvollesWanderleben ihn körperlich je länger desto mehr ent-kräftige und er, um eine rechte Stelle zu finden, erstwieder ein gesunderes und kräftigeres Aussehen habensollte, deshalb melde er sich in die Kolonie au. Leiderhat die finanzielle Notlage der Kolonie auch eine Reduk-tion des Speisezettels zur Folge gehabt. Fleisch kommtjetzt außer Sonntags nur noch einmal in der Wocheauf den Tisch. Auch der Kaffee wurde reduziert. DieseSpeifeänderung ist unter den Wanderern unglaublichschnell bekannt geworden. Bevor mir irgend eine offi-zielle Mitteilung über die Sache zu Gesichte kam, habenmir schon reisende Handwerksburschen von der Kostver-schlechterung erzählt. Hoffentlich ist die Wirkung nichtdie, die im Laufe der Zeit bereits in einigen deutschenArbeiterkolonien konstatiert werden mußte, daß das Niveauder Kolonisten allmählich sinkt, daß unbescholtene, junge,kräftige Leute, unverschuldete Arbeitslose, Kolonisten,bei denen die erziehliche Aufgabe der Kolonie noch amsichersten Aussicht auf Erfolg hat, mehr und mehr den
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Buch
Aus dem Leben einer Arbeiterkolonie : Vortrag / von Gustav Benz
(Pfarrer in Basel)
Seite
34
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