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Aus dem Leben einer Arbeiterkolonie : Vortrag / von Gustav Benz
(Pfarrer in Basel)
Entstehung
Seite
45
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Als die ältesten Besitzer des Schlosses Herdern werdenKonstanzer Adelige aus dem 14. Jahrhundert genannt.Sie hießen Herren von Bettler und ihr Wappen, weisteinen an der Krücke hinkenden, um Almosen heischendenBettler auf. Leider ist der gegenwärtige Besitzer desSchlosses, der Verein für die Arbeiterkolonie Herdern,nicht in der Lage, sich nach einem besseren Wappen um-zusehen. Die Anstalt hat, zumal seit dem Ankauf desGutes Debrunnen, mit großen finanziellen Schwierig-keiten zu kämpfen und ist in der doch dringend er-wünschten Ausdehnung bis auf 100 Kolonisten ge-hindert. Sie bedarf deshalb der tatkräftigen Teilnahmenoch weiterer Kreise. Jahr aus Jahr ein ziehen solcheWanderormen an uns allen vorbei. Und wie manchersinkt in unserer nächsten Nähe in ihren Strom hinab!Was tun wir für diese vielfach geringsten unterunsern Brüdern? Es wäre mir eine lebhafte Genug-tuung, wenn dieser Vortrag dazu beitrüge, fürsie und für die Anstalt, die ihnen dienen will, beimanchen Teilnahme zu wecken. Lassen Sie mich schließenmit den Versen nicht einer berühmten Größe ausder Ruhmeshalle der deutschen Dichtkunst, sonderneines Kolonisten von Herdern , eines Konimis, der seinvollgeschriebenes Hauptbuch besingt und sein Gedichtalso schließt:

Bald bleibst du nun in süßer Ruh verlorenUnd schläfst in friedlichen Archives Rächt;

Dich plagen fürder keine Revisoren

D Gott , hätt' ichs doch auch so weit gebracht!