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Viehhaltung und Viehzucht im Kanton Thurgau seit 1803 : ein Beitrag zur Geschichte und Statistik der thurg. Landwirtschaft / von A. Mühlebach
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falls aber nicht, wenn man dieselbe im Durchschnittder letzten zwei Jahre auf ungefähr 80,000 bis100,000 Ztr. Heu und Emd anschlägt; damit könntennahezu 2000 Stück Rindvieh mehr gewintert werden.Bedenklich ist die jährliche Zunahme dieser Ausfuhr;z. B. wurden auf Station Midiheim verladen:

1900 1901 1902 1903 1904

kg. 134,500 440,700 ?608,9^0 742,000 775,400

Die primitive Art der Haltung und die unrationelleFütterung des Viehes zu Beginn unserer Zeit musstenatürlich einer bessern weichen. Gegenwärtig ist Vdenn auch Strohfütterung für Nutzvieh in normalenJahren selten geworden, und es wird je länger jemehr als Beilage zum geringem Dürrfutter käuflichesKraftfutter oder selbstgebautes Körnerfutter verwendet.

Nachdem das allgemeine Weidrecht abgelöst war,ist man in Wort und Schrift mächtig für die einseitigeStallfütterung eingetreten. Die als extensiv und unrationellbezeichnete Weidewirtschaft verschwand, und um dieFünfzigerjahre herum hatte man es glücklich so weitgebracht, dass sogar der Herbstweidegang fast ganzaufgegeben und das Vieh nur mehr im Stalle gefüttertwurde. In den Achtzigerjahren führte man dann wiederdie Herbst- und bald darauf die Frühjahrs weide ein,und seit einigen Jahren gehen immer mehr Land-wirte sogar auch zum Sommerweidebetrieb J ) über. Wärenicht im zerstückelten Grundbesitz ein starkes Hindernisgegeben, so würde jene Strömung wahrscheinlich nochviel stärkeren Umfang annehmen, zum grossen Vorteilunseres ganzen Viehstandes. Anlass hierzu bieten dieeingetretene Notwendigkeit, an der teuer gewordenenmenschlichen und tierischen Arbeitskraft möglichst zu

') Am meisten ist dies in den Bezirken Miinchwilen, Bischofs-zell und Arbon der Fall.