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Viehhaltung und Viehzucht im Kanton Thurgau seit 1803 : ein Beitrag zur Geschichte und Statistik der thurg. Landwirtschaft / von A. Mühlebach
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streben, im einzelnen zu arrondieren, wo es nur geht.Dieses Verfahren ist aber teuer und ganz ungenügend.Die Parzellierung dieser wundeste Punkt unsererLandwirtschaft wird nur durch eine bessere Gesetz-gebung eingeschränkt werden können.

Aus dem alten Abhängigkeitsverhältnis musste sichnotwendigerweise früh eine starke Verschuldung *) unsererthurgauischen Bauerngüter ergehen, die heute noch inihren Folgen wirkt. Die Knappheit im Betriebskapitalist stets ein Hemmschuh für die Förderung der Tier-zucht und der Landwirtschaft überhaupt gewesen.

Die Bevölkerung des Landes hat natürlich aucheine ganz andere Lebenshaltung wie früher. Trotz derdamals sehr niedrigen Fleisch- und Milchpreise dasPfund Fleisch kostete za. 2030 Rp. begnügte mansich zu Anfang des vorigen Jahrhunderts mit Nahrungpflanzlicher Herkunft. Hafergrütze, Mehlklösse undBrot, später auch Kartoffeln und Obst, das bildetedie tägliche Nahrung der thurgauischen Landbewohner;nur an strengen Tagen und festlichen Anlässen gab esauf dem bäuerlichen Tische Dörrfleisch. Milch und Milch-produkte wurden merkwürdigerweise wenig verzehrt.Bei der Teuerung Anno 1817gestattete a die Regie-rung (unter gewissen Yorsichtsmassregeln) Pferdefleischzu essen; im allgemeinen stieg das Fleisch aberwenig im Preise. Die damaligen obrigkeitlichen Mass-nahmen gegen die Teuerung bestanden fast einzig inder Sorge um das Brotgetreide: mehrmals richteteunsere Thurgauer Regierung Bittschriften an die Fürstenvon Baden und Bayern , um die Einfuhr von Getreidevon dorther zu erwirken. Das Brot war unverhältnis-mässig teurer als Fleich.

') Stephan Franscini, Statistik der Schweiz 1843; siehe auchFreyenmuth, Die Bodenverschuldung im Thurgau 1830.