Jugend- und Schuljahre.
Das Doktorhaus in Weinfelden , in dem EliaS Hofftet alsvierzehntes Kind seiner Eltern das Licht der Welt erblickte, warein ganz besonders trautes, glückliches Heim. Der Vater, Bezirks»arzt Haffter, war ein idealer Mensch und Arzt, eine kraftvolle,sonnige Natur. 1803 auf der Burg bei Weinfelden geboren,durfte der sehr begabte Knabe seinem Wunsche gemäß Medizinstudieren, ließ sich als praktischer Arzt in Weinfelden nieder undverheiratete sich schon 1829 mit Susann» Münz (geb. 1806 inSulgen). Die Naturen der jungen Eheleute ergänzten sich aufstrefflichste; die Gattin trat dem Leben etwas ängstlich und sorgendgegenüber; da war ihr Mann mit seiner kraftvollen Art dierichtige Stütze für sie. In beiden aber war der tiefste Grundihres Wesens eine echte Frömmigkeit, und auf diesem Grundbauten sie ihr Haus, ihr reiches Familienglück und -leben. Anvieler Mühe und Arbeit, auch an schweren Zeiten hat es nichtgefehlt. Sieben Kinder mußten die Eltern sterben sehen, allein frühester Jugend; acht mußten erzogen werden, vier Söhneund vier Töchter — auch das bedeutet eine große Summe vonMühe und auch Sorge. Trotz einer fast übergroßen Arbeits-last ^ fand der Vater stets Zeit für all seine Kinder. Dengrößern Kindern, die nach Beendigung der Sekundärschule ihrerweiter» Ausbildung wegen von Hause fort mußten, schrieb erfleißig und hielt sie durch ausführliche Berichte über alles, auchdas Geringste, was sich zu Hause ereignete, in engster Ver-bindung mit der Heimat. Die Kleinen nahm er, so viel estunlich war, mit auf die Praxis, zu Wagen oder zu Fuß, undda wurde erzählt, belehrt, gefragt, geplaudert; diese Stunden
' Neben einer ausgedehnten Praxis war er in Schul- und Kirchenpflege,Bezirksgericht und andern Ämtern; daneben Pflegte er als thurgauischetS-ingervater den Gesang.
Haffter. Lebensbild. 1