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Dr. Elias Haffter : ein Lebensbild : aus Briefen und Erinnerungen / zusammengestellt von Anna Roth
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Äugend- und Schuljahre.

in Weinfelden , verheiratet. Hermann, 18 Jahre, war an derlandwirtschaftlichen Schule, Susanna, 13 Jahre, und Anna,12 Jahre, besuchten die Sekundärschule, Elias zählte IOV 2 Jahre.Es war eine schwere Aufgabe, die der vom Schmerz tiefgebeugtenFrau zufiel. Bisher hatte sie sich an dem frohen, sonnigenWesen ihres Gatten gehalten, und so sich leichter durchs Lebengefunden. Jetzt fehlte ihr diese Stütze; aber ihr blieb das festeGottvertrauen, das sie mit ihrem Gatten gemeinsam gehabthatte, und sie nahm treu und mutig ihre Aufgabe auf undsuchte sie im Sinne des Heimgegangenen zu erfüllen; sein Geistlebte weiter im Doktorhaus, und sein Segen ruhte darauf. Wohlinniger als je kam jetzt das gewohnte Morgengebet über dieLippen der Mutter:Sorge, Herr, für unsere KinderElias auch äußerlich dem Vater am ähnlichsten bliebder Liebling der Mutter. Er nahm nun Violinstunden bei einemäußerst musikalischen, katholischen Geistlichen (Bumbacher inFrauenfeld ), der auch den Schwestern Klavierstunden gab (be-sonders gute Leistungen belohnte er mitNonnenleckerli", dieer aus den Tiefen seiner Rocktaschen hervorholte). Der kleineGeiger machte rasche Fortschritte, dem Lehrer und der heimlichauf den Sohn stolzen Mutter zur großen Freude. Da derKnabe ans Gymnasium nach Frauenfeld sollte, mußte er währendder Sekundarschnljahre Unterricht im Lateinischen und Griechischennehmen. Zu diesem Zwecke wanderte er mehrmals wöchentlichzu Pfarrer Baumgartner nach Bürgten, eine Stunde Wegesbei Hitze und Kälte, Wind und Wetter. Die Bahn wurde nichtbenützt; getreu dem Grundsätze ihres Gatten ließ die Mutterihre Kinder den Weg unter die Füße nehmen, statt sie durchEisenbahnfähren bequem zu gewöhnen.Dazu hat man dieFüße" hatte der Vater immer gesagt und streng darauf gehalten,daß man womöglich zu Fuß gehe; überhaupt sollten die Kindermöglichst anspruchs- und bedürfnislos erzogen werden. Auchetwaige Ferienbesuche mußten möglichst zu Fuß abgetan werden,und der Weg nach Sulgen, wo Onkel und Tante Münz mitihrer Kinderschar wohnten (sechs Kinder im Alter den Haffter-schen entsprechend), wurde unzähligemale zu Fuß zurückgelegt.