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Dr. Elias Haffter : ein Lebensbild : aus Briefen und Erinnerungen / zusammengestellt von Anna Roth
Entstehung
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135
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September — Oktober 1877. 1.Ä

in Dresden erhalten; dort überkam mich stille Andacht, einBeten; hier hätte ich aufjubeln mögen. In der gleichen Samm-lung sind noch viele Kunstwerke neben einer großen Anzahl alterMeister, für die ich mich größtenteils nicht begeistern konnte,selbst wenn sie im Gsell-Fels mit einem Sternchen versehenwaren. Dagegen gibt es eine Unzahl Meisterwerke von Tizian ,Paul Veronese , Bellini usw. im Dogenpalast und verschiedenenKirchen; überhaupt sind die Kirchen Venedigs , von denen ichaber nur etwa zwanzig mir angesehen habe, eigentliche Samm-lungen von Schätzen aus Malerei und Skulptur. — Herrlichist der Anblick der Stadt, wenn man von Mestre , der letztenStation her über den eine halbe Stunde langen, gemauertenDamm durch die Lagunen fährt und in der Ferne aus demMeer die Kuppeln, Türme und Paläste Venedigs emporsteigensieht. Am Bahnhöfe wurden wir, wie üblich, von einer Bandevon Dienstmännern; Gondolieri und Lausbuben überfallen; gestützt"auf frühere Erfahrungen drängten wir uns heroisch durch den-Schwärm und stiegen — halb freiwillig, halb gestoßen — ineine der vielen Gondeln. Rasch ging es an tausend Herrlich-keiten der alten venetianischen Republik vorüber durch den Canalegrande zur Riva degli Schiavoni, wo wir beim „Sandwirt"abstiegen, weil uns im Reisehandbuch die Bemerkung „gemüt-licher Tiroler" gefallen hatte. Aber mit der Gemütlichkeit alleinist's doch nicht getan; ein unendlicher Schmutz in den Zimmernund eine entsprechende Zimmermagd gingen über die Gemütlich-keit, und wir hatten nichts Eiligeres zu tun, als sofort ein'anderes Quartier zu suchen und durch den Gondoliere unserGepäck aus der „Gemütlichkeit" holen zu lassen. 3m HotelVittoria erhielten wir zu äußerst bescheidenem Preise einen'enormen Schlafsaal — Speisesaal des einstigen Palazzo — mitguten Betten und alles reinlich. Als ich den ersten Schritt aufden Markusplatz tat, blieb ich mit einem lauten „Aah" stehen;etwas Ähnliches findet man wohl aus der ganzen Welt nichtwieder. Der kolossale, ganz mit Marmorplatten in hübscherZeichnung bedeckte Platz ist von allen vier Seiten mit Gebäudenumgeben, die an Schönheit der Architektur und Großartigkeit