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Dr. Elias Haffter : ein Lebensbild : aus Briefen und Erinnerungen / zusammengestellt von Anna Roth
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137
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September Oktober 1877.

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und Paläste gigantisch aus den Wassern. Das Gondelfahrenwar unser Hauptvergnügen; es ist eine Freude zu sehen, mitwelcher Kunst und Eleganz die Gondoliere die sehr langen Gondelnnur mit einem Ruder zu lenken verstehen, ohne nur jemals auchin den engsten Kanälen und im dichtesten Kahngewirre anzustoßen.Aber auch das trockene Venedig haben wir studiert Und stunden-lange Spaziergänge in den engen, mit großen Quadersteinengepflasterten Gassen gemacht. Da herrscht überall das buntesteitalienische Leben; Früchteverkäuser überschreien sich gegenseitig;Weiber preisen ihre Waren an; alle Handwerker arbeiten möglichstvor den Türen; Bummler, Kinder, Bettler, elegante Gestaltenwogen durcheinander; natürlich alles zu Fuß; es gibt in Venedig kein Pferd, keinen Wagen, überhaupt kein Zugtier. DieMarkuskirche ist ein Bau von ganz orientalischem Charakter mitvergoldeten Türmen und fünf imposanten Kuppeln, die einst auchgolden schimmerten; die Säulenbauten der Fassaden sind pracht-voll, ebenso das Innere; an den Deckengewölben sind z. B.40000 Quadratfuß Mosaikarbeiten, also eine Juchart! EineZierde des Ganzen sind die vier enormen, vergoldeten Bronze-pferde, die vor Jahrhunderten aus Konstantinopel hergeschleppt die Hauptfassade der Kirche krönen. Von dem freistehendenCampanile auf dem Markusplatz hat mau eine herrliche Rund-sicht; südlich verliert sie sich in die Unendlichkeit des adriatischenMeeres; westlich begrenzen die Apeninnen, nördlich die Tiroler-berge den Horizont; unmittelbar zu Füßen liegt die wundersameJnselstadt und die verschiedenen überbauten Inseln, die auf demWasser'zu schwimmen scheinen. Einen Nachmittag benütztenwir zu einer Fahrt nach dem Lido, wo uns ein Meerbad erfrischte;da eben die Flut zurückging, suchte ich unter der Unmasse vonMuscheln die schönsten und kleinsten heraus und freute michdabei, sie den lieben Kindern daheim austeilen zu können.Einen weitem Ausflug machten wir nach der Insel Murano ,einer kleinen Stadt mit fünf Prachtskirchen, aber einer ärm-lichen Einwohnerschaft, die von der Glasperlensabrikation lebt.Wir wurden mit Bettelei verfolgt, bis uns die wieder bestiegeneGondel in Sicherheit brachte. Landet man, so kommen zwei bis