8Ü2 Ferien.
von einein „Häuschen mit grünumrankten Veranden." Hassteterbaute sich sein „Daheim", ein Daheim im wahrsten Sinnedes Wortes, nicht nur für ihn und die Deinigen, sondern fürjeden, der als Gast eintrat. Frohe Gäste, frohe Gesichter umsich zu sehen, gehörte zu Haffters größten Freuden, und garviele werden sich des herzlichen „Willkomm" erinnern, mit demer seine Gäste begrüßte.
Ferien.
Das war immer ein wohliges Gefühl, wenn man glücklichin der Bahn säß nach dem Hasten und der Unruhe, die stetsdas unvermeidliche Gefolge der letzten Tage vor der Abreise waren;erst wenn der Zug ins Rollen kam, konnte man befreit aufatmen;jetzt gab es kein Telephon- und Hausglockengeklingel und keineNachtglocke mehr! Das kann jeder nachfühlen, der jahraus jahrein,Tag und Nacht jedem Rufe folgen muß, mag er noch so müdeund abgehetzt sein. Aber jetzt sind die Ferien da; es geht dergoldenen Freiheit entgegen. Wie man das Jahr hindurch dieArbeit redlich teilte, so teilte man die Erholung, und so ginges denn meistens zu dritt in die Ferien, zuweilen mit denRucksäcken durchs liebe Vaterland, dann auch wieder über dieGrenzen hinaus. Meist setzte man sich vor oder nach etlichenWandertagen irgendwo fest; da wurde denn die Zeit wieder inArbeit und Erholung eingeteilt; die halben Tage saß Hasfter inSchreibereien vergraben, die er auf seine Ferien verschoben hatte:alte Briefschulden, Arbeiten fürs Korrespondenzblatt. So schreibtihm einmal Sonderegger: „Vor allem herzliche Glückwünsche zudeiner sogenannten Erholung! Kalender (Medizinischer), Korre-spondenzblatt und Zentralverein: das ist zu viel für Vakanzen.Man sollte auch aus dem Gedankenkreise hinaus, um sich zuerholen. Deshalb sind Reisen gut. Man kaun da nicht ordentlicharbeiten. Nun, du hast in Binn wenigstens keine NachtglockeI" —Nein, eine solche gab es nicht in Binn / wohl aber bald eine