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Das Rebwerk im Thurgau : kulturgeschichtliche Studie nach Erinnerungen von J.H. Thalmann, eigenen Beobachtungen und auf Grund handschriftlicher Quellen und amtlichen Berichte / dargestellt von F. Schaltegger
(a. Pfarrer)
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Das Rebwert im Thurgau .

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Näpfen auf den Tisch, aus denen sich die Frondienstleute(16 an der Zahl) mit hölzernen Löffeln ihren Anteil schöpften.Abends kam eine Halbe Wein (6 Deziliter) als Schlaftrunkhinzu. Den Tag über während der Arbeit stand der Wasser-krug zur Verfügung, sofern man nicht über eigenes Getränkvon daheim verfügte.

Die Rechnung des Obervogts in Arbon vom Jahre 1509bringt den Bedarf während des Grabens im Bodmer folgender-maßen in Rechnung: 3 Schilling für Backlohn von 9 Vierteln(etwa 160 Liter) Korn. 16 Pfenning für 1 Vierling (5 Liter)Erbsen, 14 Pfg. für 1 Vlg. Musmehl, 9 Pfg. um Salz und6 Schilling 9 Pfg. um 10 Pfund (ö'/s Kilo) Schmalz inSumma 12 Schilling oder ungefähr 5 Fr. nach heutigem Silber-wert. Dazu verbraucht 14/2 Eimer (57//L Liter) Wein für16 Mann in 4 Tagen. Da die Maß Wein dazumal 5 Pfen-ning und das Viertel Korn !4/,-j Pfenning kostete, so beliefensich für die Gutsherrschaft die Gesamtkosten alles in allemauf etwa 39 Schilling 16 Franken, was auf den Mannund Tag 7 Pfenning oder 25 Rappen ausmacht. Sonstbrachte man für eine Dienstbotenmahlzeit 6 Pfenninge21 Rappen in Anschlag und 1 Schilling, wenn der Land-vogt von Frauenfeld auf Besuch kam.

Man mag daraus entnehmen, wie groß, im Vergleichzu heute, damals noch die Kaufkraft des Silbers war.

Im 18. Jahrhundert war freilich die Kultur weiter voran,und der bischöfliche Obervogt gab sich zu Kleinigkeiten, wieVerköstigung der Tagwenleute nicht mehr her; die Lehens-leute bekamen deshalb während des Grabens kör 8xis unäI^on, d. h. im sog. großen Taglohn 20 Kreuzer oder 70 Rp.

Der Grabet als mühevollste Frühlingsarbeit im Rebberg,wurde vor 50 Jahren noch im mittlern Thurgau , wie derHeuet, die Kornernte und der Dreschet (sog. Sichellegi oderFlegelhenki), mit einem kleinen Festchen beschlossen, zu dem