16
von vier Jahren auf der Erde kleine Brettlein zusammen.„Was machst du da?“ fragte der Vater. „Ei,“ ant-wortete das Kind, „ich mache ein Tröglein; daraus sollenVater und Mutter essen, wenn ich gross bin.“ — Dasahen sich Mann und Frau eine Weile an, fingen endlichan zu weinen, holten sofort den Grossvater an den Tischund liessen ihn von nun an immer mitessen, sagten auchnichts, wenn er etwas verschüttete.
20. Die Pfirsiche.
Ein Landmann brachte aus der Stadt fünf Pfirsichemit, die schönsten, die man sehen konnte. Seine Kinderaber sahen die Frucht zum ersten Mal. Deshalb wun-derten und freuten sie sich sehr über die schönen Äpfelmit den rötlichen Backen und dem zarten Flaume. Daraufverteilte sie der Vater unter seine vier Knaben, und einenerhielt die Mutter.
Am Abend aber, als die Kinder in das Schlafkämmer-lein gingen, sagte der Vater: „Nun, wie haben euchdie schönen Äpfel geschmeckt?“ — „Herrlich, lieberVater,“ sagte der älteste; „es ist eine schöne Frucht, sosäuerlich und so mild von Geschmack. Ich habe mirden Stein sorgsam bewahrt und will mir daraus einenBaum erziehen.“ „Brav,“ sagte der Vater, „das heissthaushälterisch auch für die Zukunft sorgen, wie es demLandmann geziemt.“
„Ich habe den meinigen sogleich aufgegessen,“ rief derjüngste, „und den Stein fortgeworfen, und die Mutterhat mir noch die Hälfte von dem ihrigen gegeben. 0,das schmeckt süss und zerschmilzt einem im Munde!“— „Nun,“ sagte der Vater, „du hast zwar nicht sehrklug, aber doch natürlich und nach kindlicher Weise ge-handelt. Für die Klugheit ist noch Raum genug im Leben.“
Da begann der zweite Sohn: „Ich habe den Stein,den der kleine Bruder fortwarf, gesammelt und aufgeklopft.
036122