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Der Zusammenbruch der Leih- und Sparkassen Aadorf und Eschlikon : (Beitrag zur Erforschung der Wirtschaftskrisen) / von Dr. C. Bucher
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Noch vor Schwurgericht hatte Verwalter Schiitknecht die Stirne,die falsche Buchung der Eigenwechsel damit zu beschönigen, dass erbehauptete, Eigenwechsel seien eben Passiven, und es sei gleichgültig,ob sie unter Obligationen oder unter Kontokorrent-Kreditoren verbuchtwerden.

Dabei musste Schiitknecht besser als irgend jemand wissen, dassdie Verbuchungsweise nicht gleichgültig war und dass ohne Falsch-buchungen nicht mehr hätte wei tergewurstelt werden können.

Bezeichnend ist die Art und Weise, wie der vom Verwaltungsrats -Präsidenten und dem Aktuar gezeichnete Geschäftsbericht die Lage imUnheiljahre 1910 (Zusammenbruch Aadorfs) schildert. Ehe wir einigeStellen daraus wiedergeben, möchten wir bemerken, dass die fremdenGelder, das sind Sparkassa-Obligationen, Kontokorrent-Kreditoren derLeih- und Sparkassa Eschlikon, im Jahre 1910 noch zugenommen haben.

Der Geschäftsbericht drückt sich folgendermassen aus:

Wir erblicken darin anfs neue das altbewährte Zutrauen unserer wertenKundschaft zu unserer Anstalt, das auch durch die beunruhigenden Krisenund Krache in Aadorf, Kloten etc. nicht erschüttert werden konnte. Wir be-zeugen, dass speziell dieser Vorkommnisse wegen bei uns nur wenige Gelderzurückgezogen wurden, im Gegenteil, wir haben dadurch neue Zuwendungenerfahren.

Wenn wir gerade diese Bankkrache berührt haben, so möchten wir hierausdrücklich feststellen, dass unsere sämtlichen Geldgeschäfte nicht über dieSchweiz hinausgehen und sich hauptsächlich im engem Umkreis des Hinter-thurgaus und der angrenzenden Teüe des Toggenburgs und des Kantons Zürich bewegen. Geschäftein verlockenden Auslands- oder Spekulationspapierenhaben wir nie gemacht, sondern, wie wir seit jeher betonten, unsere Gelder haupt-sächlich auf durch Hypotheken oder Faustpfand und Bürgschaft gedeckte Titelangelegt, wie nebenstehend unser Darleihenkonto aufweist. Wir sehen wenigerauf hohen Gewinn, als vor allem auf ein solides Fundament unserer Anstalt.

Infolge dieser Geschäftsprinzipien sind wir auch im vergangenen Jahre vonVerlusten verschont gebheben.

Die Leih- und Sparkasse Eschlikon war am Bankkrach in Aadorf als Gläubigerin beteiligt. Bei den Gläubigerversammlungen wusste sichder Eschlikoner Verwalter Schiitknecht, der verschiedene Gläubiger ver-trat, in der Weise vorzudrängen, dass er in den Liquidationsausschussgewählt wurde. Er brachte es auch zuwege, dass Aadorfer Gelder imKontokorrent der Leih- und Sparkasse Eschlikon angelegt wurden unddie Aadorfer Liquidationskommission den Bureau betrieb unter seineAufsicht stellte. Während die Liquidationskommission als selbstver-ständlich annahm, dass die weiteren eingehenden und flüssigen Gelderzur Abzahlung der Passiven und zur Einlösung der Faustpfänder ver-wendet werden, legte Schiitknecht einen grossen Teil der eingehenden