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Der Presse, vorab der Handelspresse, kommt die ebenso wichtigeals heikle Aufgabe zu, kranke Stellen in der Volkswirtschaft so früh wiemöglich aufzudecken, damit sie entweder geheilt oder ausgemerzt werdenkönnen. Leider kann die reine fachmännische Bilanzkritik oftmals ge-rade bei Anstalten, die dem Untergang geweiht sind, infolge der ge-fälschten Bilanzen, nicht wirksam einsetzen. Man vergegenwärtige sichnur die Bilanzen Eschlikons.
Wir gewahren auch, dass die grosse Vorsicht und Sorgfalt etwasverlangsamend wirkt, denn es wäre da und dort, wie z. B. im FalleEschlikons, segenbringend gewesen, wenn die Kritik der Handelspresseschon einige Jahre früher eingesetzt und wenigstens eine leise Miss-billigung der etwas sprunghaften Entwicklung dieser Landbank gewagthätte. Es ist zwar zu bemerken, dass diese Wünsche sich nicht zueigentlichen Vorwürfen gegenüber der Presse verdichten dürfen, wennwir bedenken, wie schlecht es in der Schweiz noch mit der Bilanz-veröffentlichung steht. Wenn wir also wünschen, dass die Presse sichzu einem immer wirksameren Mittel der Kontrolle ausgestalte, so mussan dem Verlangen nach einlässlicherer Berichterstattung in Bilanz- undGeschäftsbericht festgehalten und eine Bilanzveröffentlichung angestrebtwerden, die eine sachgemässe Finanzkritik in der Handelspresse er-möglicht. Es ist dies eine Forderung, zu der in einem kommendenBankgesetz Stellung genommen werden muss. Dabei wird es aber nichtsein Bewenden haben, denn die Erfahrung hat gezeigt, dass die bestenVorschriften und Statuten keine Gewähr für eine wahrheitsgemässeBerichterstattung und Bilanzierung bieten. Diesem Übel dürften dieunter dem Einfluss der Bankkatastrophen in einigen Kantonen ent-standenen Revisionsverbände wirksam begegnen. Wetter 1 ) sagt z. B.vom bernisehen Revisionsverband: „Ein solcher, wenn auch freiwilligerVerband, dem die grosse Mehrzahl der Kreditinstitute angehört, undder auch durch seine Organe bei ihnen eine ernsthafte Revisionstätigkeitausübt, ist wohl imstande, eine staatliche Beaufsichtigung mehr als zuersetzen.“
In Fachkreisen sieht man mit Zuversicht der Entwicklung derschweizerischen Finanzkritik entgegen. Ihr hoher moralischer Standhat nicht wenig dazu beigetragen, dass ein immer grösserer Kreis vonPersonen die Kritik verfolgt und es auf diese Weise auch für sie ganzselbstverständlich wird, sie zu üben. Es liegt dies ganz im Interesseder Banken, d. h. der gut geführten; denn die Verbreitung der Urteils-
Wetter, a. a. O. S. 100.