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Johann Adam Pupikofer : Beiträge zu seiner Lebensbeschreibung / von Dr. Johannes Meyer
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seine vielen Freunde und Bekannten den Verlauf seines an Arbeitund Wirksamkeit so vielseitigen und reichen Lebens zu Papier bringen:da wich er meinem Verlangen aus, versprach aber, mir vertrauensvolldas Wichtigste aus seinem Lebensgangc zu erzählen, wobei er mir zu-gleich erlaubte, ich könne, wem: ich wolle, während seiner Erzählungund vor seinen Augen schriftliche Notiz davon nehmen. Von dieserErlaubnis machte ich begreiflicherweise gerne Gebrauch, zum Theilweil ich wohl fühlte, daß er sich auf diese Art einer ihn drückendenPflicht am bequemsten entledige. So führten mir denn in den beidenMonaten Juni und Juli des genannten Jahres unsern Vorsatz ge-meinsam aus, und ich bin jetzt froh, daß mir diese Anregung bei ihmgelungen ist; denn drei Jahre nachher, am 28. Juli 1882, beschloßer 85 Jahre alt seinen Lebenslauf.

Zweimal habe ich aus diesen Aufzeichnungen ganz kurze Aus-züge veröffentlicht, nämlich:

1) als Nekrolog in der Thurgauer Zeitung 1882, Nr. 180.181. 182. 184. l85. 187. 188. 189 und 191 vom 1.13. August.

2) Als Bort rag, gehalten in der 49. Jahresversammlung derSchweizerischen allgemeinen gsschichtsforschenden Gesellschaft am 2. August1894 (abgedruckt in der Neuen Zürcher Zeitung 1894 Nr. 290. 291.293. 295. 296. 297 im Feuilleton des Morgenblattes), worin Pupi-kofer nur in seiner Entwicklung als Geschichtschreiber des Thurgausgeschobert wurde.

Von autobiographische» Aufzeichnungen finden sich in PupikofersNachlaß ein Tagebuch, das er in seiner Jugend während seinerSchulzeit in Frauenfeld (vom 13. Mai 1813 bis zum 1. April 1815)führte, und der Anfang einer Lebensbeschreibung von 6 Ok-tavseiten, die er im Sommer 1817 niederschrieb. Diese, sowie eineAnzahl Briefe hat mir seine Tochter, Fräulein Julie Pupikofer inBischofszell , zur Benutzung überlassen, wofür ich ihr hiemit wicder-holentlich meinen verbindlichen Dank abstatte.

Alle diese in Schrift verfaßten Ueberlieferungen geben zwar keinlückenloses, aber doch werthvolles Material, das ich hier weiter» Kreisenzur Kenntnis gebe, bald in extonso, bald auszüglich, wie es der Raumerlaubt oder gebietet. Wo ich kann, lasse ich den Mann selbst sprechen,wie er entweder zu mir geredet, oder, da es erlaubt sein wird, brief-liche Mittheilungen als Ersatz für mündliche anzusehen, wie er anFreunde geschrieben hat.

Ergänzungen, die von mir herrühren, habe ich in kleiner Schrift