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flohen sie zum Meier, mit dem sie freundschaftlich standen, unddem sie ohnehin einen Besuch machen wollten. Sie klagten ihm^was ihnen zugestoßen sei. Da lachte er und sagte, ihm sei solchesschon oft begegnet, wenn er an einem Frohnfastentag dort ge-arbeitet habe; das Vieh werde dann auch ganz jscheu, so daß.man jede Arbeit aufgeben müsse. Mir erzählte diese Begebenheitdie erwähnte Tochter, spätere Frau Ammann Höpli in Unter-Tutweil. Ein andermal vernahm ich aus dem Munde des altGemeindeammann Bommer, daß man im Dorfe Ober-Tutweiftbesonders in der Nähe der dortigen uralten Capelle'P und ineinigen Aeckern und Wiesen östlich von derselben, beim Bau derStraße und bei Grundlegung neuer Gebäude, viele Todtengerippegefunden habe, welche reihenweise, die Füße alle gegen Sonnen-aufgang, dagelegen Hütten.
Derartige Erzählungen prägten sich mir tief ins Gedächtnisund boten meiner Phantasie nicht geringe Nahrung; denn dieseQuelle der Anregung floß damals noch sehr ergibig. Es brauchtindessen kaum betont zu werden, daß meine Erziehung nicht inAufnahme von Schauergeschichten aufgieng, sondern daß ich in-zwischen in Haus und Schule zu allerlei Leibes- und Geistes-arbeit angehalten wurde. Vom sechsten bis zum dreizehntenAltcrsjahre (1803—1810) besuchte ich die Dorfschule meinerHeimat. Sie war nach altem Stil eingerichtet; aber man lerntewirklich lesen, schreiben und rechnen, trotzdem daß 50 Schülersie besuchten. Beim Unterricht im Rechnen verarbeiteten wir dasganze Lindauer Rechnungsbuch, welches damals allgemein inunsern Schulen beliebt war. Der Schulmeister (Kocherhans hießer) mußte übrigens einen von den Fortbildungskursen mitmachen,deren mehrere seit der Mediation durch den Schulrath veran-
Ueber diese Capelle in Ober-Tuttweil und die Spuren ältererAnsiedelungen, welche daselbst in den Jahren 1780 und 1800 gefundenwurden, sehe man die Geschichte der Kirchgemeinde Wängi von I. A.Pupikofer. Frauenfeld , Beyel 1848. 8". S. 4. 17.