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Johann Adam Pupikofer : Beiträge zu seiner Lebensbeschreibung / von Dr. Johannes Meyer
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Am Ostermontag machte ich mit meinem Vetter einenBestich in Sontersweilen im obern Thurgau , wo ich den VetterJohannes in der Ziegelhütte antraf, welcher mich überredete, mitihm nach Hause zu kommen und dort zu nächtigen. Hier wurdegewaltig politisiert, und das Landvolk war offenbar in einerfieberhaften Aufregung. Gleich nach Neujahr hatte zwar derKleine Rath des Kantons in einer Proklamation") das Volküber die politische Lage zu beruhigen gesucht und die Bewohnerüber ihre gute Haltung in den verhängnisvollen Zeiten belobt;daran anknüpfend hatte er versprochen, daß er bei allem Strebennach Beförderung der allgemeinen Wohlfahrt doch darnach trachtenwerde, die möglichste Schonung und Erleichterung bezüglich derAuflagen und Steuern festzuhalten. Tiefe Aeußerungen schieneneinige unruhige Köpfe für Symptome der Furcht im Schooßeder Regierung aufzunehmen, unv gründeten darauf den Plan,die prekäre Zeitlage zu einer thurgauischen Revolution^°) auszu-beuten. Besonders war es ein Advokat, Salomon Fehr vonFraueufeld, der in der letzten Zeit ein kaufmännisches Geschäftzu Contamines bei Genf , wie es scheint, nicht mit dem erwünschtenErfolge betrieben hatte, und der jetzt in seiner Heimat im Trübenzu fischen gedachte. Daß er ein bloßer Streber war, ergab sichaus den widersprechenden Vorspiegelungen, welche er den Leutenmachte, indem er die Radikalen auf die Nothwendigkeit derWiederherstellung einer helvetischen Einheitsregierung hinwies,die Landstädte dagegen mit der Hoffnung auf vortheilhaftercVertretung im Gr. Rathe und Zurückerstattung kleinlicher Pri-vilegien köderte, den ehemaligen Gerichtsherren die Wiederaui-

2°) Proklamation v. 4. Jan. 1814 im Beschlußprotokoll 1814,S. 441 abgedr. im Tagbl. der Gesetze 10, 271.

Pupikofer, Gesch. des Thurgaus S. 382. 2*, d., S. 144;doch ist die Vermuthung auf österr. und russische Antriebe wohl grundlos.Häberlin-Schaltegger, der Kanton Thurgau L. 71. Das Neujahrsblnttv. 1834 verschweigt diese Geschichte.