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weil meine Einbildungskraft sich die Bahn meines Lebensberufesnäher vorstellte, als es wirklich der Fall war. Ich sehnte michaußerordentlich darnach, einmal predigen und einmal als selb-ständiger, als freier Mann in meinem Berufe thätig sein -zutonnen. Derartige Gedanken waren nun freilich für einen sieben-zehnjührigen jungen Menschen verfrüht, und es war gut, daßeine angemessene Zerstreuung mich davon ablenkte.
Es war an einem schönen Sonntagmorgen den 24. Juli,als Vogler und ich in der Frühe einen Spatziergang machten.Da trafen wir unsern Eommilitonen Scher, der uns das Wetterals herrlich zum Reisen schilderte. Wir redeten mit einandervom Rigi, von Einstedeln, von Luzern , vorn Glarnerland, vomTockeuburg, aber nur ins blaue hinein. Scher aber nahm dieSache ernst, kam noch einmal vor der Kirche zu mir und wandtealle Beredsamkeit an, mich dazu zu bewegen; nach der Aeußerungdes Provisors, sagte er, sei es ihm ja einerlei, ob wir jetzt inder Ernte 14 Tage und im Herbst 8 Tage Ferien hätten, oderumgekehrt. Endlich bewirkte er und das günstige Wetter soviel,daß ich nur noch Voglers Meinung zu hören wünschte: dennHanhart war mit seiner Schwester nach Steckborn gefahren undkam erst am folgenden Tage zurück. Vogler leistete der Ueber-redungskuust Schers noch langem Widerstand als ich, schob aberden Entscheid bis nach der Kirche auf. Also war die Reise so-viel wie beschlossen. Nach der Kirche brachten wir unsere Sachenin Ordnung und machten noch beim Provisor einen Abschieds-besuch. Er lobte unsern Entschluß, gab uns zwei Fernröhrenmit nebst Ebels Anleitung, die Schweiz zu bereisen (den da-maligen Bädeker) und versicherte uns die Dauer des schönenWetters. Er behauptete nämlich, durch gesammelte Beobachtungendie Witterung der einzelnen Jahrgänge ausrechnen zu können,und da 1814 einen warmen Sommer haben sollte, bis jetztaber noch nicht gehabt hätte, so werde das schöne Wetter beiseinem endlichen Anfange desto anhaltender sein.