Buch 
Generalbericht / herausgegeben von der Ausstellungsdirektion [der] VII. Schweiz. Ausstellung für Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Gartenbau vom 18.-27. September 1903 in Frauenfeld
Entstehung
Seite
37
JPEG-Download
 

37

genügend Kräfte zur Verfügung stehen, damit die Prämiierungs-ergebnisse durch Anschlag hinter den einzelnen Tieren gleichzeitigund möglichst rasch bekannt gegeben werden könnten.

Der Wegzug der Tiere, für den eben viel weniger Formalitätenzu erfüllen waren, vollzog sich am 28. September von morgens1 ls2 Uhr an, noch viel glatter, als seinerzeit die Auffuhr. Für jedeRoute stand, gemäß der Verladedisposition des Verkehrskomitees, jezur festgesetzten Stunde ein Extrazug bereit, so daß die Reihen inden Stallungen sich nur sukzessive lichteten und die Arbeit in allerGemütsruhe sich abwickeln ließ. Die Aussteller aus den BezirkenSchwyz und Einsiedeln hatten die Ausstellung mit ihren Tieren schonam Samstag vormittag verlassen, um die kantonale Schau noch be-fahren zu können. Am 28. September abends konnten wir auch dieWärter entlassen, nachdem sie im Laufe des Nachmittages dieStallungen und sämtliche Geräte gereinigt hatten.

4. Abteilung: Kleinvieh.

Die Kleinviehabteilung wurde in Frauenfeld ans untere Ende desAusstellungsplatzes verlegt, möglichst weit weg von den menschlichenWohnungen und der stetsbesetzten Festhütte, damit das Parfüm derZiegenböcke und der Lärm der Schweine die Menschen nicht störtenim Genuß der Festfreude. Dessenungeachtet kann sich diese Ab-teilung nicht über Zurücksetzung beklagen, hat es ihr doch nie anzahlreichem Besuch gefehlt, namentlich von Seite der Klein- undMittelbauern, die den Wert der Schweinezucht zu schätzen wissen,und die auch die Ziege, dieseKuh der Armen keineswegs als zugering und armselig taxieren, als daß ihr auch in der neuen Land-wirtschaft noch ihr Platz gebühre. Zum erstenmale ist an einerschweizerischen Ausstellung neben der Zucht auch die Mast vonSchweinen und Schafen zur Geltung gekommen. Bezüglich Reich-haltigkeit und Mannigfaltigkeit der Ausstellungsobjekte, sowie Zweck-mäßigkeit der Bauten und der Organisation ist die Frauenfelder Klein-viehausstellung wohl noch von keiner frühem übertroffen worden.Freilich läßt sich für die Zukunft noch manches besser machen.

Schon die Anmeldungsformulare dürften für die Zukunft einigeAbänderungen erleiden. Es muß nämlich aus der Anmeldung klarhervorgehen, wie alt das angemeldete Tier zurzeit der Ausstellung