angewandt. Auch in der Komposition ist dieses Werkvon einer eigenartigen Schönheit.
Christus, der Bräutigam, steht ganz zur Linken undwartet grüssend unter der offenen Tür — ganz magischleuchtend. Auf leichten Füssen, selig benommenen Ge-sichtes nahen die Auserwählten und tragen die kleinenLichter blinkend über ihrem Scheitel. Zwischen ihnen,den Erwählten und den Törichten, die verstossen sind,klafft ein breiter Spalt. Ergreifend und ganz erlebt istdie angstvolle Gestalt des ersten Weltkindes. Sie hatihr armes Lichtgefäss in den Händen, dessen Oel da-hin ist, und bittet die Enteilenden sie mitzunehmen.Sie sucht ihnen zu folgen. Doch in Verzagen schlägtsie die Augen nieder und sinkt zurück. Ohne Nutz,dass sie die erloschene Schale noch so behutsam trägt.
Die feierlich gesteigerte Sprache des Gleichnissesvon den Bräuten Christi übersetzte Kreidolf mit einzig-artiger Kunst in seine Darstellung:
Zwei Farben wägen einander aus. Das schimmerndeGelb der Gestalt Christi und ein hieratischer Purpur,der über die ganze rechte Szene gebreitet ist. DemRot zu nähert sich die schwankende Farbe bei derGruppe der Erlösten, sie trübt sich zu kühlem Blauüber den Gestalten der verstossenen Weltkinder.
Es wird das Schicksal dieser Gemälde sein, dasssie Befremden erregen, wenn sie in Ausstellungen vordas vielköpfige Publikum kommen. Nicht nur deshalb,
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