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Geschichte der Herrschaft Griessenberg
anvertraut war, und wo ein Herr von Hewen für ihn den Be-fehl führte. Lange trotzte die Burg allen Anstrengungen derGegner, und eine Zumuthung an Griessenberg, gegen seine Frei-lassung den Befehl zur Uebergabe Iberg’s zu ertheilen, wurdevon demselben zurückgewiesen: „die bürg war syn nit, e ersie wölt antwurten, er wölt e sterben, wan sy war ym nun em-pfohlen — Schliesslich fiel Iberg doch.
Abt Wilhelm, der sich auf Alt-Toggenburg nicht mehrlänger hatte halten können, war schon im Frühjahr 1289 beiNacht von da geflohen und hielt sich mit Heinrich von Güttin-gen eine Zeit lang in der Au an der Thur, unterhalb Griessen-berg’s, auf einer griessenbergischen Besitzung verborgen. (DieseAu ist ohne Zweifel das nämliche Gut Ow, auf der rechten Seiteder Thur, zwischen dieser und dem bei Weinfelden herabfliessen-den Giessen, welches Gräfin Kunigund von Schwarzenberg amSt. Thomas Abend 1458 der Gemeinde Märstetten schenkte.) —Dann gelang es dem Abte, über den Bodensee nach Sigmaringen ,und von da nach Aspermont in Rhätien zu entkommen, wo erbis zu seiner Wiedereinsetzung und der Befreiung Heinrich’svon Griessenberg verblieb.
Im Jahre 1289 ward dem Freien „och die alt Griessenbergzerbrochen, die lag ob der Tur “, sagt Kuchimeister. — DieseAlt-Griessenberg lag an der Thurhalde auf der Ostseite einesvon Liitmerken nach der Thur hinabgehenden, tiefen Tobels, sodass selbe auf drei Seiten durch steile Abhänge geschützt war.Die einzig zugängliche Südseite war durch drei Gräben geschützt,'die zwei innern rasch aufeinander folgend, während zwischendiesen und dem äussersten Graben Raum genug für Vorburgund die Wohnungen des Hofgesindes vorhanden war. Auf die-sem Abschnitt liegt jetzt der Hof Altenburg .
Anstatt dieses alten Griessenberg, das nicht mehr aus denTrümmern erstehen sollte, wurde nunmehr Neu-Griessenberg —entweder von Heinrich’s Bruder, Albrecht, schon früher erbaut,oder erst nach dem Frieden von 1292 neu gegründet — Sitzder Herrschaft. Diese neue, bei dem Hofe Tümpfel gelegene