Buch 
Briefe aus dem Fernen Osten / von Dr. E. Haffter
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Fahrt über Genf nach Marseille .

trotz der Gedanken und Energie tötenden Schwüle jetztschon einiges von den bisherigen Erlebnissen zu Papier zubringen.

Die Zufahrtslinie nach Marseille (über Bern, Genf undLyon ) ist bekannt genug, bietet auch im ganzen wenig Inter-essantes und wird im Expreßzug viel zu rasch passiert, alsdaß sich darüber viel erzählen ließe. Bei Palüzieux, wo derGensersee unerwartet vor das Auge des Reisenden tritt, warfder bis dahin bewölkte vaterländische Himmel plötzlich einigehelle Sonnenstrahlen auf das prachtvolle Landschaftsbild;Auge und Gemüt waren dafür so empfänglich, wie eine wohl-präparierte Photographische Platte, und diese ideelle Photo-graphie macht als letzter freundlicher Abschiedsgruß des liebenSchweizerlandes die Reise nach Indien mit. In Gens wurdegerastet bis zum folgenden Tage. Am vielberühmten Denkmaldes Herzogs von Braunschweig , das ich zum erstenmale sah,scheint mir der Platz, auf welchem es errichtet wurde, dasSchönste. Die in Erz gegossene Reiterstatue des Ver-storbenen, der das ungeheure Verdienst hatte, 20 Millionenzu besitzen, ruht auf einem gewaltigen Postamente, einerunglücklichen Nachbildung des Denkmals der Scaliger inVerona , in der untern Hälfte historisches Monument, in derobern Hälfte kirchlicher Altar. Es sind darin eine Unmasseder herrlichsten Detailarbeiten zu einem geschmacklosen Ganzenzusammengestellt; ein dazu gehöriges schmiedeisernes Gitterhat allein 200,000 Franken gekostet. Leider sieht man demGanzen nicht einmal au, was dafür bezahlt wurde; es erfülltalso seinen Zweck durchaus nicht vollständig. Das richtigePostament wäre eine nüchterne Geldkiste, welche die 6 Millionenin gemünzten Talern enthielte. Der verstorbene Herzog hatgenaueste Angaben über die von ihm gewünschte Ausführungseines Denkmals hinterlassen; die Kostenfrage war mit dem