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Der Kaiser Japans , der Mikado, ist Shintoist, und so auchder größte Teil der vornehmen Familien.
Der Buddhismus gelangte in der Mitte des sechstenJahrhunderts nach Japan und fand ungeheure Verbreitung,da er die Shintogötter — wie früher die vielen Gottheitendes Brahmanentums — tolerant in sein System aufnahmund da die Schilderung der Seelenwanderuugslehre und derfernen paradiesischen Welten, wo Gleichheit aller Buddha-verehrer herrsche, der japanischen Phantasie ungemein zusagte.
Noch muß ich der christlichen Religion gedenken, welchegegen Ende des 16. Jahrhunderts 800,000 snach anderenAngaben die dreifache Zahl) in Japan zählte. Die schreck-lichen Verfolgungen, die durch Jahrzehnte fortdauerten,brachten Hunderttansenden einen qualvollen Tod; Marter,wie die Annalen der ersten Kirche sie nicht ausweisen, hattendiese japanischen Christen zu erdulden und zeigten dabei eineheroische Standhaftigkeit, wie sie die Geschichte aus denrömischen Arenen und dem Kolosseum meldet. Und dochhat seit der Zeit, also durch mehr wie 200 Jahre hindurch,in der Nähe von Nagasaki , ohne Wissen der Regierung,eine große Gemeinde (Urakami ) ihren christlichen Glaubenbewahren tonnen; die japanische Behörde soll 1868 beiEntdeckung dieser Tatsache anläßlich der Verkündung derGlaubens- und Gewissensfreiheit nicht wenig überrascht ge-wesen sein.
Unser Schiff verließ Nagasaki nachmittags 3 Uhr undlangte nach dreißigstündiger Fahrt durch die sogenanntenJnlandseen in Kobe -Hiogo an. Diese Route sucht ihres-gleichen an Schönheit; meist sind ein oder beide Ufer deutlichsichtbar; schöne Wälder wechseln ab mit frischgrünen Reis-feldern; in den zahlreichen, durch Kähne aller Art belebtenBuchten liegen freundliche japanische Dörfer; oft erblickt